Wirtschaft optimistisch für 2006

- Köln - Die deutsche Wirtschaft geht nach einer Umfrage überwiegend optimistisch in das neue Jahr, erwartet trotz steigender Umsätze und Investitionen aber kaum Besserung auf dem Arbeitsmarkt. 25 von 44 befragten Wirtschaftsverbänden schätzen in der Umfrage des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft IW die Lage ihrer Branche besser ein als vor einem Jahr. Vor allem Industrie und Dienstleister erwarten für 2006 höhere Umsätze. Nur vier Verbände rechnen mit neuen Arbeitsplätzen, 21 dagegen mit einem Stellenabbau. Das teilte das arbeitgebernahe IW am Donnerstag mit.

"Die weiterhin expandierende Weltwirtschaft schickt die deutschen Exporte auf Rekordjagd und bringt inzwischen auch die Investitionen auf Trab. Dies verleiht dem Aufschwung mehr Substanz", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Er warnte aber zugleich, das ein erneuter drastischer Anstieg der Ölpreise, nachlassender Reformelan der Politik oder überzogene Tarifabschlüsse die konjunkturelle Erholung gefährden könnten.

Von den 44 befragten Verbänden sahen 15 die Lage ihrer Branche genau so wie vor einem Jahr, während 4 von einer schlechteren Stimmung sprachen. Unter anderem stellen sich Bauwirtschaft, Handwerk und Handel 2006 auf sinkende Produktion oder Umsätze ein. Investitionsfreudig zeigten sich in der Umfrage zum Beispiel Maschinenbau, Elektroindustrie, Chemische Industrie und Banken und die Leasingbranche.

Zu den wenigen Branchen, die mit neuen Arbeitsplätzen rechnen, gehören das Speditions- und Gastgewerbe, der Luft- und Raumfahrzeugbau sowie das feinmechanische und das optische Gewerbe. "Das zeigt, wie notwendig es ist, die Arbeitsmarktchancen in Deutschland durch eine wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik sowie Tarifabschlüsse mit Augenmaß zu verbessern", sagte Hüther.

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