Wirtschaft sieht keinen Grund für Pessimismus: Nachfrage zieht an

- Berlin - Trotz des Konjunkturknicks kurz vor Jahreswechsel bleibt die deutsche Wirtschaft nach eigenen Angaben auf Wachstumskurs. Erstmals seit vier Jahren bringt die Inlandsnachfrage einen nennenswerten Konjunkturbeitrag, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag nach Auswertung seiner jüngsten Umfrage unter mehr als 25 000 Firmen erklärte.

<P>Auch nach dem schwachen letzten Quartal 2004 sah der Verband keinen Grund, seine Wachstumsprognose für dieses Jahr zurückzunehmen: "Es bleibt bei 1,5 Prozent." Eine Trendwende am Arbeitsmarkt sei nicht in Sicht.<BR><BR>Laut DIHK gibt es keinen Anlass zu Pessimismus: Die Stimmung der Betriebe habe sich weiter verbessert, fast alle konjunkturellen Kerndaten zeigten nach oben. Im Gegensatz zu einigen Wirtschaftsforschern hält der Verband die Sorge vor einem Rückfall in Stagnation für unbegründet. "Es gibt keine Rezessionsgefahr", sagte DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke. Im Gegenteil: "Der Wachstumspfad ist breiter geworden." Laut DIHK nimmt die Inlandsnachfrage so stark zu, dass absehbare Exportrückgänge vollständig kompensiert werden können.<BR><BR>Das Statistische Bundesamt hatte am Vortag bekannt gegeben, dass die deutsche Wirtschaftsleistung 2004 nicht wie zunächst errechnet um 1,7 Prozent, sondern um 1,6 Prozent zugelegt hatte. "Die Konjunktur hat zu Jahresbeginn wieder etwas an Fahrt aufgenommen", betonte der DIHK. Allerdings sei keine "merkliche Wachstumsbeschleunigung" absehbar.<BR><BR>Das für die Bundesrepublik typische Muster, dass die Exporte den Binnenmarkt beflügeln, tritt laut DIHK nun doch allmählich ein. Hinzu komme eine "Renaissance" bei den unternehmerischen Investitionen. Der Investitionsstau, der bis auf Anfang 2001 zurückgehe, löse sich zunehmend auf. Der Export schwächt sich der Umfrage zufolge gegenüber 2004 nur leicht von 8,2 auf 6,0 Prozent ab und bleibt damit "die stärkste Konjunkturkraft". Der Außenhandel sei "sehr widerstandsfähig" gegenüber dem starken Euro und beweise die "gestiegene Wettbewerbsfähigkeit deutscher Anbieter".<BR>Zum ersten Mal seit vier Jahren war die Zahl der Betriebe, die ihre Geschäftslage<BR><BR>Nur der Arbeitsmarkt kommt nicht in Schwung</P><P>positiv einschätzen, höher als die jener Firmen, die sie pessimistisch beurteilen, wie Nitschke erklärte. Beim privaten Konsum rechnet der DIHK mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent nach einem Minus von 0,3 Prozent im vergangenen Jahr. Nitschke warnte jedoch vor verfrühtem Jubel. Wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit werde sich der private Konsum nur zögerlich erholen.<BR><BR>Fast ein Drittel (27 Prozent) der Unternehmen planen Stellenabbau, elf Prozent Einstellungen. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben nannte es alarmierend, dass "der Keilriemen zwischen Konjunkturmotor und Arbeitsmarkt gerissen ist". Weder der Exportboom noch die anziehende Inlandsnachfrage sorge für mehr Jobs in Deutschland. Schuld seien Strukturprobleme des Arbeitsmarktes.</P><P> </P>

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