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Marcel Fratzscher, Präsident des DIW. 

Fachmänner sprechen Klartext

Wirtschaftsexperten warnen vor negativen Folgen des Asylstreits

Wirtschaftsvertreter haben vor negativen Folgen des Unionsstreits über die Flüchtlingspolitik für die deutsche Wirtschaft gewarnt - dieser berge „signifikante wirtschaftliche Risiken“. 

Wirtschaftsvertreter haben vor negativen Folgen des Unionsstreits über die Flüchtlingspolitik für die deutsche Wirtschaft gewarnt. Der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Holger Bingmann, sagte dem "Handelsblatt", die Außenhandelsnation Deutschland sei "auf offene Grenzen angewiesen". Das sei die Basis des Wohlstands im Land. Grenzkontrollen seien hingegen "Sand im Getriebe einer fein justierten und auch auf Just-in-time-Lieferungen ausgelegten Logistik", sagte Bingmann. Er hoffe auf eine europäische Lösung beim anstehenden EU-Gipfel.

„Signifikante wirtschaftliche Risiken“

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sieht in dem Unionsstreit gar "signifikante wirtschaftliche Risiken". "Ein deutscher Alleingang wäre ein fatales Signal an Europa und könnte dazu führen, dass andere europäische Regierungen eigene Alleingänge starten werden", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt". Die Bundesregierung müsse auf Italien zugehen und die neue Regierung davon überzeugen, sich bei der Flüchtlingsfrage und bei der Wirtschaftspolitik enger in Europa abzustimmen.

In dem Streit stehen sich vor allem Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegenüber. Seehofer pocht darauf, bereits in anderen EU-Staaten registrierte Flüchtlinge an der Grenze zurückzuweisen. Merkel lehnt das ab, sie setzt auf europäische Absprachen. Die CSU will europäische Verhandlungen jedoch nicht abwarten und setzt Merkel unter Zeitdruck.

AFP

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