Wirtschaftsminister Zeil bietet Hilfe bei Edscha an

München/Hengersberg - Nach der Pleite des Autozulieferers Edscha hat Bayerns Staatsregierung dem vorläufigen Insolvenzverwalter Unterstützung angeboten.

Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) erklärte in München, dass die drei ostbayerischen Standorte in Hengersberg, Hauzenberg und Regensburg erhalten werden sollten. “Ich hoffe sehr, dass über den Weg der Insolvenz eine tragfähige Fortführungslösung gefunden wird“, sagte Zeil nach Angaben seines Ministeriums vom Dienstag.

Edscha hatte am Montag am zuständigen Amtsgericht Wuppertal Insolvenzantrag gestellt, die Verwaltung des Konzerns ist in Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Durch die Pleite sind in den drei Fabriken in Niederbayern und der Oberpfalz rund 2000 Jobs bedroht, das größte Inlandswerk hat Edscha in Hengersberg (Landkreis Deggendorf).

Laut Zeil hatte es bereits vor dem Insolvenzantrag Gespräche von der Unternehmensleitung mit den betroffenen Landesregierungen gegeben. Wegen der aktuellen Entwicklung sei die Insolvenz allerdings unausweichlich gewesen. “Aufgrund komplexer Rahmenbedingungen war es leider nicht möglich, das Unternehmen in seiner derzeitigen Form zu erhalten“, erklärte der Minister.

Der Insolvenzantrag der Edscha AG, die Türscharniere und Cabriodächer fertigt, betrifft alle europäischen Standorte des Unternehmens mit insgesamt rund 4200 Beschäftigten. Weltweit hat die Unternehmensgruppe 5800 Mitarbeiter, die zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschafteten. Der Edscha- Vorstand begründete den Insolvenzantrag mit der Krise in der Autobranche und den schlechten Bedingungen am Kapitalmarkt. Außer in Deutschland sind noch Werke in sieben weiteren EU-Ländern von der Pleite betroffen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jörg Nerlich bestimmt, er stammt nach Unternehmensangaben aus der größten Insolvenzverwalter-Kanzlei in Nordrhein-Westfalen. Nerlich kündigte ein Sanierungs- und Restrukturierungskonzept an, um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten. Der Betrieb an den Standorten solle aufrechterhalten werden.

Die IG Metall hatte den Mehrheitseigentümer des 1870 gegründeten Unternehmens, den US-Finanzinvestor Carlyle, für die Pleite verantwortlich gemacht. Edscha habe über Jahre hinweg die Gewinne an den Investor abführen müssen und deshalb kein Eigenkapital aufbauen können, sagte der bayerische Gewerkschaftschef Werner Neugebauer.

dpa

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