Wirtschaftsstärke: Deutschland holt auf

München - Eine "Positionsbestimmung auf Basis harter Fakten" über den Wirtschaftsstandort Deutschland soll er sein, der Bericht, den Allianz und Dresdner Bank AG gestern veröffentlicht haben. Das Ergebnis: Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland als größtes EU-Land auf Platz acht - und holt auf.

Unangefochtene Sieger des Standort-Vergleichs sind die Schweden, gefolgt von den Niederlanden und Großbritannien, so das Ergebnis der Studie von Allianz/Dresdner Bank.

Der Standort Deutschland ist gegenüber dem Jahr 2000, als er noch Fünfter in der Gesamtwertung war, deutlich zurückgefallen. Gegenüber dem neunten Platz 2003 ging es zuletzt wieder bergauf, der Abwärtstrend, was die "Verfügbarkeit von Arbeit, Kapital und technologischem Wissen" angeht, ist laut Studie allerdings nicht gestoppt. Klaren "Nachholbedarf" in Deutschland gibt es laut Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE und Dresdner Bank AG, vor allem im Bereich der Investitionen und auf dem Bildungssektor. Hier liegt die Bundesrepublik nur im Mittelfeld, bei der Investitionsquote sogar an vorletzter Stelle. Heises Fazit: "So schlecht wie Deutschland lange Zeit wahrgenommen wurde", ist es zwar nicht - "Selbstzufriedenheit" sei jedoch "nicht angebracht".

Stattdessen plädiert er dafür, die vorhandenen Stärken des Standorts Deutschland jetzt auszubauen: In den Bereichen "Forschung und Entwicklung" sowie "Exporttätigkeit" und "Innovation" schnitten die Deutschen im internationalen Vergleich nämlich sehr gut ab.

"Über Jahrzehnte hinweg", so die Studie, habe die deutsche Wirtschaft international einen glänzenden Ruf genossen. Ab Mitte der 90er-Jahre allerdings "begann sich ihr Image drastisch zu verschlechtern". Seit 2006 hierzulande aber ein kräftiger Aufschwung eingesetzt habe, wandle sich die internationale Wahrnehmung Deutschlands wieder zum Positiven.

Insgesamt wurden 18 Länder im Hinblick auf ihren wirtschaftlichen Erfolg in den Jahren 2000, 2003 und 2006 miteinander verglichen - anhand von 17 "quantitativen Indikatoren", die grob den folgenden vier Bereichen zugeordnet werden können: "wirtschaftliche Leistungskraft", "Verfügbarkeit von Kapital, Arbeit und technologischem Wissen", "wirtschaftliche Dynamik" sowie "Nachhaltigkeit der fiskalischen und ökologischen Entwicklung".

Auffällig: Zwar sind die Industrieländer unangefochten an der Spitze, dennoch schneiden die kleineren EU-Staaten in der Gesamtwertung überraschend gut ab. Nicht nur, dass Schweden und die Niederlande auf dem Siegerpodest landen - auch Belgien und Österreich liegen an zuletzt vierter bzw. fünfter Stelle. Einen "enttäuschenden und zugleich deprimierenden 16. Platz" belegt hingegen Italien.

Anhand der Studie lässt sich übrigens auschließlich die Wettbewerbsfähigkeit ablesen, beziehungsweise wie sich ein Standort im Vergleich zu den anderen Nationen im gefragten Zeitraum entwickelt hat.

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