Wirtschaftsstandort: Bayern in Länder-Vergleich Tabellenführer

- Berlin/München - Im Vergleich zum Rest der Republik bietet Bayern die beste Arbeitsplatzversorgung. Hier ist der Schuldenstand am niedrigsten. Und: Es gibt den geringsten Anteil von Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfängern. Beim aktuellen Bundesländer-Ranking der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) konnte der Freistaat seine Positionen deutlich verbessern. Bayern belegt Platz Eins bei der Bestandsanalyse. Entwicklungs-Spitzenreiter ist aber wie im Vorjahr Sachsen.Zum dritten Mal hat die INSM in Zusammenarbeit mit der "Wirtschaftwoche" eine ökonomische Vergleichsstudie

zwischen den 16 deutschen Bundesländern erstellt. Schwerpunkt dabei: die Dynamik-Untersuchung. Sie bewertet die Entwicklung der Länder zwischen 2002 und 2004 in den Bereichen Standortfaktoren, Arbeitsmarkt, Wohlstand, Struktur und Unternehmensperformance.

Spitzenreiter in drei dieser fünf Gebiete ist Sachsen. Das Land belegt so unangefochten Platz Eins des Dymnamik-Vergleichs. "Und nicht nur, weil es als einziges ostdeutsches Bundesland die Solidarpaktmittel sinngemäß eingesetzt hat", wie INSM-Geschäftsführer Tasso Enzweiler bei der Präsentation der Zahlen in Berlin verdeutlichte. Sachsen hat auch einen starken Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts und der Arbeitsproduktivität verzeichnet.

Der Freistaat konnte in diesem Vergleich seine Position vom achten auf den vierten Platz verbessern. Positiv in Bayern: der hohe Bevölkerungszuwachs (0,6 Prozent), der moderate Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung (um nur 283 Euro) und der vergleichsweise geringe Anstieg bei den Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfängern.

Freistaat bei Dynamik nur im Mittelfeld

Gemeinsam mit Bayern im Mittelfeld des Rankings sind Thüringen und Hamburg. Nordrhein-Westfahlen belegt Platz 11. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern. Es zeigt sich: Ost- wie westdeutsche Bundesländer belegen im Bereich der Entwicklung gute Plätze.

Anders sieht das Ergebnis bei der Bestandsanalyse aus: Hier konnte Bayern seine Spitzenposition zurückerobern, gefolgt von Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die ostdeutschen Länder sind erst geschlossen auf den hinteren Rängen zu finden.

"Interessant ist, dass die kleineren auch dieses Mal den großen Industriezentren den Rang ablaufen", sagte Klaus Methfessel von der "Wirtschaftswoche". Er forderte von der Politik mutigere Schritte zur Verbesserung der Standortfaktoren. Bis der Osten wirtschaftlich an den Westen anknüpft, wird es laut ISNM-Chef Enzweiler noch "lange dauern".

Seinen Worten nach zeigt der Vergleich über den Zustand des Föderalismus, dass es Bewegung unter den Ländern gibt: "Kein Stillstand im Gleichschritt, wie man angesichts der politischen Diskussion manchmal vermuten könnte."

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