Wirtschaftsstimmung überraschend aufgehellt

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Mannheim (dpa) - Die gesunkenen Ölpreise und der schwächere Euro haben die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im August überraschend deutlich verbessert.

Das Stimmungsbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg im Vergleich zum Vormonat um 8,4 Punkte auf minus 55,5 Punkte, teilte das ZEW am Dienstag in Mannheim mit.

Experten hatten zwar mit einer Aufhellung gerechnet, diese aber moderater veranschlagt. Trotz des Anstiegs liegen die Konjunkturerwartungen weiter deutlich unter ihrem historischen Mittelwert von 28,3 Punkten. Zugleich brach die Beurteilung der aktuellen Konjunkturlage ein. Sie gab kräftig um 26,2 Punkte nach und fiel erstmals seit knapp zweieinhalb Jahren in den negativen Bereich auf minus 9,2 Punkte.

Volkswirte beurteilten den ZEW Indikator trotz der Stimmungsverbesserung verhalten. Laut der italienischen Großbank UniCredit deuten die Umfrageergebnisse unter dem Strich auf ein merklich schwächeres Wachstum in Deutschland hin. Die gesunkenen Ölpreise und der schwächere Euro könnten den Abschwung zwar dämpfen, nicht aber verhindern. Auch für die Commerzbank bleibt eine künftig schwächere Konjunktur das Hauptszenario. Die Landesbank Hessen- Thüringen (Helaba) sieht in den Zahlen kein Indiz für ein konjunkturell besseres Umfeld.

Die Verbesserung der Konjunkturerwartungen signalisiert nach Einschätzung des ZEW, dass sich die Befürchtungen der befragten Experten über die konjunkturelle Abschwächung in Grenzen halten. "Die Finanzmarktexperten haben sich von der negativen Zuwachsrate im zweiten Quartal zu Recht nicht sonderlich beeindrucken lassen", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Insgesamt gingen die Analysten von einer zwar schwächeren, aber alles in allem robusten Konjunkturentwicklung aus und befürchteten keine Rezession.

Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) erwartet für die ostdeutsche Wirtschaft nach einer negativen Konjunktur- Entwicklung eine leichte Belebung im dritten Quartal dieses Jahres. Trotz der gesamtwirtschaftlichen Schwäche in den Monaten April bis Juni sei der Kernbereich der Wirtschaft in den neuen Ländern intakt geblieben, teilte das Institut in seinem Konjunkturbarometer mit. Nachlassende Auftragseingänge hätten die Stimmung in der ostdeutschen Industrie eingetrübt. Eine große Mehrheit der Unternehmen blicke aber weiter zuversichtlich in die nahe Zukunft, hieß es unter Hinweis auf den Zeitraum Juli bis September.

Der deutsche Groß- und Außenhandel erwartet im nächsten Jahr ein deutlich gebremstes Wachstum und ein Ende des Beschäftigungsaufbaus. Die Branche rechnet für 2008 mit 13 000 neuen Arbeitsplätzen und mit einem Rückgang des Wachstums der deutschen Wirtschaft "auf unter ein Prozent".

Die Bundesbank erwartet im zweiten Halbjahr unter anderem wegen der hohen Energiepreise eine "langsamere Gangart". Ein sich verstärkender Abwärtsdruck sei damit aber nicht verbunden. Es zeichne sich jedoch eine konjunkturelle Durststrecke für das zweite Halbjahr 2008 ab, hieß es am Montag. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vom Montag tritt die deutsche Wirtschaft in den Sommermonaten praktisch auf der Stelle.

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