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Deutschlands Wirtschaft wuchs auch im zweiten Quartal, allerdings nicht mehr so stark wie noch in den ersten drei Monaten des Jahres.

BIP nur leicht gestiegen

Wirtschaftswachstum verliert an Tempo

Wiesbaden - Die deutsche Wirtschaft verliert in der Euro-Schuldenkrise an Schwung. Das Bruttoinlandsprodukt ist zwar weiter gestiegen, allerdings nicht so stark wie noch zu Jahresbeginn.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das Wachstum fiel damit zwar etwas stärker aus als von Ökonomen erwartet. Sie hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Zu Jahresbeginn hatte die Wirtschaft allerdings noch um 0,5 Prozent zugelegt.

Positive Impulse kamen im zweiten Quartal vom Außenhandel und vom Konsum. Nach vorläufigen Berechnungen stiegen die Exporte stärker als die Importe. Der Binnenkonsum lag über dem Niveau des Vorquartals. Der Rückgang der Investitionen konnte so kompensiert werden.

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2011 legte das BIP in Deutschland preisbereinigt um 0,5 Prozent zu. Allerdings gab es in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger. Kalenderbereinigt lag der Zuwachs bei 1,0 Prozent.

Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone ist im zweiten Quartal geschrumpft. Nach einer Stagnation in den ersten drei Monaten 2012 sackte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 17 Ländern mit der Gemeinschaftswährung um 0,2 Prozent ab. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg in einer ersten Schätzung mit. Experten hatten dies erwartet. In der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft Frankreich stagnierte die Wirtschaftsentwicklung bereits im dritten Quartal in Folge.

Damit steckt die Eurozone in einer Rezession fest. Davon spricht man, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale nacheinander entweder unverändert bleibt oder abnimmt. Auch im Schlussquartal 2011 hatte es mit 0,3 Prozent bereits ein Minus im Vergleich zu den drei Monaten davor gegeben - den ersten Rückschlag seit 2009. In der Europäischen Union als Ganzes mit ihren 27 Mitgliedsstaaten sank das BIP von April bis Juni ebenfalls um 0,2 Prozent.

dpa

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