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Zwei der fünf Wirtschaftsweisen, Claudia Buch und Christoph Schmidt, übergeben Bundeskanzlerin Merkel am Mittwoch den Jahresbericht.

Prognose des Sachverständigenrates

Wirtschaftsweise erwarten Wachstum für 2014

Berlin - Im kommenden Jahr wird die deutsche Wirtschaft um 1,6 Prozent wachsen, prognostizieren die fünf Wirtschaftsweisen. Die Bundesegierung ist sogar noch optimistischer.

Die fünf Wirtschaftsweisen rechnen im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent. Grund für die konjunkturelle Aufhellung sei die Beschleunigung der weltweiten Produktion, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresgutachten des Sachverständigenrates.

In diesem Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach nur bei 0,4 Prozent liegen. In ihrem Gutachten warnen die Wirtschaftsweisen vor einer "rückwärtsgewandten Wirtschaftspolitik". Die gute Position Deutschlands im Vergleich zu den Krisenländern des Euroraums "scheint vielfach den Blick auf die großen zukünftigen Herausforderungen verstellt zu haben", kritisieren sie. Derzeit in den Koalitionsverhandlungen diskutierte Maßnahmen wie die Mütterrente, eine Aufstockung niedriger Renten sowie Ausnahmen von der Rente mit 67 gingen überwiegend zu Lasten der kommenden Generationen. Die Reformen der Agenda 2010 dürften daher nicht verwässert oder teilweise zurückgenommen werden, heißt es im Gutachten.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung übergab das Gutachten am Morgen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Regierung prognostiziert für 2014 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. In diesem Jahr wird die deutsche Wirtschaft demnach um 0,5 Prozent wachsen.

Bundeskanzlerin Merkel: Regierung nimmt Hinweise ernst

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die massive Kritik der fünf Wirtschaftsweisen an den Plänen von Union und SPD in den weiteren Koalitionsverhandlungen berücksichtigen. Die Hinweise der Regierungsberater würden ernst genommen, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin bei der Annahme des neuen Jahresgutachtens der „Wirtschaftsweisen“. Das Gutachten komme zum richtigen Zeitpunkt. Aber nicht alle Forderungen könnten eins zu eins umgesetzt werden. Mit Blick auf Konjunktur und Beschäftigungsentwicklung sagte die Kanzlerin: „Die Lage kann uns mit Freude erfüllen.“ Aber die Herausforderungen der Zukunft seien groß.

Auch gegen das von der schwarz-gelben Ex-Regierung eingeführte Betreuungsgeld sprach sich der Rat aus. In ihrem am Mittwoch vorgelegten Gutachten heißt es, dass Betreuungsgeld sollte gestrichen und die freiwerdenden Mittel zur Haushaltskonsolidierung genutzt werden. Für 2014 dürften sich die Ausgaben nach Berechnung des Sachverständigenrates auf etwa zwei Milliarden Euro belaufen. Das Betreuungsgeld konterkariert aus Sicht des Sachverständigenrates die angestrebten Ziele in der Familienpolitik. Damit erhält die SPD Rückendeckung mit ihrer Streichungs-Forderung, da sie das eingesparte Geld in den weiteren Kita-Ausbau investieren will. Die Union will dagegen am Betreuungsgeld festhalten.

dpa

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