Wirtschaftsweise legen ihren Streit bei

- Hamburg - Der Wirtschaftsweise Bert Rürup sieht den Streit unter den fünf Mitgliedern des Sachverständigenrats beigelegt. Dem "Hamburger Abendblatt" sagte Rürup: "Die in der jüngeren Vergangenheit aufgetretenen persönlichen Irritationen wurden zwischenzeitlich in einem sehr intensiven und konstruktiven Gespräch ausgeräumt."

Die kritische Auseinandersetzung bleibe aber wichtig, fügte Rürup hinzu, der als neuer Vorsitzender des Gremiums im Gespräch ist.

"Es gibt keine Sachverständigengutachten, in denen es keine Minderheitsvoten gegeben hätte. Das wird auch künftig so sein und ist kein Mangel", sagte er. Die so genannten fünf Weisen begutachten im Auftrag der Bundesregierung als unabhängiges Gremium regelmäßig die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland. Der amtierende Ratsvorsitzende Wolfgang Wiegard, der das Gremium seit April 2002 leitet, will sein Amt Ende Februar abgeben.

Dem Verzicht war ein Streit mit Ratsmitglied Peter Bofinger vorausgegangen.
Bofinger und Wiegard waren sich bei der Erstellung des letzten Jahresberichts der "Fünf Weisen" in die Haare geraten. Rürup wandte sich gegen das Herausrechnen von nationalen Sonderlasten bei der Reform des EU-Stabilitätspaktes, wie es die Bundesregierung vorgeschlagen hatte.

"Dieses Konzept ist nicht überzeugend. Dann könnte sich nämlich jedes Land das Unterschreiten der Drei-Prozent-Grenze zusammenrechnen", wird er zitiert. Der Pakt dürfe nicht für jedes Land individuell und damit willkürlich auslegbar sein.

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