Wirtschaftsweiser Bofinger sieht Risiken für deutsche Konjunktur

Passau - Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sieht durch die aktuelle internationale Finanzkrise klare Abwärtsrisiken für die deutsche Konjunktur. "Die Bundesregierung darf darüber nicht einfach hinweggehen", sagte das Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung der "Passauer Neuen Presse" (Samstag).

Allerdings unterscheide sich die Lage hierzulande grundlegend von der in den USA. "Der Aufschwung in Deutschland ist kein Aufschwung auf Pump gewesen. Wo es keine Kreditblase gibt, kann auch keine platzen."

Als die größte Gefahr für die deutsche Wirtschaft wertete der Wirtschaftsweise die massive Aufwertung des Euro. "Der Euro ist seit dem Herbst gegenüber dem Dollar um rund zehn Prozent aufgewertet worden. Zehn Prozent Aufwertung bedeuten für Deutschland einen halben Prozentpunkt weniger Wachstum", sagte Bofinger der Zeitung.

Mit Blick auf ein mögliches staatliches Konjunkturprogramm sagte Wirtschaftswissenschaftler, effektiver als ein nationaler Alleingang wäre eine Initiative auf internationaler Ebene. "Die Länder, die in den letzten Jahren massive Leistungsbilanzüberschüsse aufweisen konnten - also China, Russland, Japan, Deutschland, die Schweiz oder die Ölförderländer - sollten sich gemeinsam überlegen, wie sie einen Beitrag zur Belebung der Weltkonjunktur leisten können." So könnten China und Russland etwa ihre Reserven für Investitionen im Umweltschutzbereich nutzen.

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