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Von fallenden Kursen kalt erwischt: Wer sein Geld gut anlegen will, sollte einige wichtige Eckpunkt beachten.

Wissen schützt vor Anlagefehlern

Ein Jahr nach Lehman und Kaupthing ist die Verunsicherung bei den Verbrauchern bezüglich Finanzprodukten und -beratern groß. Im zweiten Teil unseres Beitrags erklären wir, wie und wo man sich gut auf ein Anlagegespräch vorbereitet. Denn Wissen ist Macht.

Unsinnige Produkte, hohe Provisionen, schlechte Beratung – das muss nicht sein. Wer nicht an der Nase herumgeführt werden will, sollte gut vorbereitet in ein Anlagegespräch gehen und sich auch bei Verbraucherzentralen, der Stiftung Warentest oder unabhängigen Honorarberatern informieren.

-Sich selbst informieren: Immer wieder bekommen Anleger Produkte empfohlen, die nicht zu ihren Bedürfnissen passen. Ein Gegenmittel dagegen ist, sich selbst schlauzumachen. Wer zumindest das kleine Einmaleins der Geldanlage beherrscht und ein paar Fachbegriffe wie Rendite (der effektive Ertrag einer Anlage pro Jahr), Ausgabeaufschlag (die Kaufgebühr bei Investmentfonds) oder Bonität (Zahlungsfähigkeit eines Schuldners) kennt, kann beim Anlagegespräch besser mitreden.

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-Gesundes Misstrauen mitbringen: Finanzberater müssen etwas verkaufen. Dies sollten sich Verbraucher immer vergegenwärtigen. „Erwarten Sie von dem Menschen, der Ihnen gegenübersitzt, keine Samariterhaltung. Ein gesundes Misstrauen kann nicht schaden“, sagt der Düsseldorfer Rechtsanwalt Julius Reiter.

-Eigene Fragen stellen: Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, rät Anlegern, sich vorher zu überlegen, was sie eigentlich wollen:

-Wie lange will ich das Geld anlegen? -Spare ich für ein bestimmtes Ziel?

-Brauche ich Kapital zu einem bestimmten Zeitpunkt, und wenn ja, wie viel?

-Soll das Geld zwischenzeitlich verfügbar sein?

-Wie wichtig ist mir die Flexibilität bei der Anlage?

Diese Fragen sollten sich Kunden nicht erst stellen, wenn sie dem Finanzberater gegenübersitzen, empfiehlt Nauhauser. Sehr hilfreich ist dabei die Checkliste, die das Bundesverbraucherschutzministerium mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erarbeitet hat (im Internet: www.vz-nrw.de, dann Finanzen anklicken).

-Eigene Risikobereitschaft einschätzen: Ein seriöser Berater wird danach fragen, welches Risiko sein Kunde eingehen will. Fünf Stufen sind dabei zu unterscheiden. In die unterste Stufe 1 gehören Anleger, die auf keinen Fall Geld verlieren wollen. Sicherheit ist für sie am wichtigsten: Für solche Kunden kommen zum Beispiel Tages- und Festgeldkonten mit voller Einlagensicherung und Bundeswertpapiere in Frage. Ganz anders in der Stufe 5: Diese ist für Anleger gedacht, die gerne zocken, hohe Verluste verkraften können und auch zu Optionsscheinen (Termin-Wetten auf bestimmte Aktien, Indizes oder Rohstoffe) greifen, um ihre Gewinnchancen zu erhöhen.

-Bessere Alternativen nutzen: Viele Verbraucherzentralen bieten inzwischen eine unabhängige Finanzberatung gegen Bezahlung an. „Lieber hier ein bisschen Geld investieren, als später womöglich tausende Euro durch den Kauf eines falschen Produkts zu verlieren“, rät Anwalt Reiter. Wer wissen will, welche Anbieter bei bestimmten Produkten überdurchschnittlich gut abschneiden, sollte sich bei der Stiftung Warentest oder auf unabhängigen Finanzportalen informieren.

Auch unabhängige Honorarberater und zertifizierte Finanzplaner bieten gegen Geld Ratschläge, die nicht an den Verkauf von Produkten gekoppelt sind. Sie sind zu finden über die Internetseiten www.fpsb.de und www.berater-lotse.de. Doch auch hier sollten Kunden sicherheitshalber nachfragen, ob der Berater rein auf Honorarbasis oder für ein bestimmtes Unternehmen arbeitet.

Marc Preu

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