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Italien beschlagnahmt angebliche Putin-Mega-Yacht – kurz vor dem Auslaufen

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In Italien wurde eine 650-Millionen-Euro-Yacht beschlagnahmt. Sie war bereits seit Längerem im Visier der Behörden. Recherchen zufolge könnte sie dem russischen Präsidenten persönlich gehören.

Marina di Carrara - Yachten ade: Im eskalierten Ukraine-Konflikt wurden im Zuge der EU-Sanktionen in Europa bereits zahlreiche Luxusgefährte russischer Oligarchen beschlagnahmt. Auch die Schiffe von Wladimir Putin? Recherchen des Teams um Kreml-Kritiker Nawalny legen genau das nahe, nachdem Italien am Freitag (6. Mai) eine 650-Millionen-Euro-Yacht beschlagnahmt hat. Doch die Besitzverhältnisse scheinen unklar. Wem gehört die Yacht tatsächlich?

Angebliche Putin-Mega-Yacht beschlagnahmt: Urteil kam wohl einer Flucht zuvor

„Scheherazade“ heißt der neueste Fang der Italiener, der Ermittlern zufolge heimlich Russlands Präsidenten Wladimir Putin gehören könnte. Die Finanzpolizei ordnete das 140 Meter lange Schiff jemandem zu, der Verbindungen zu „prominenten Elementen der russischen Regierung“ und anderen Leuten von der EU-Sanktionsliste hat, wie die Regierung in Rom am Freitagabend mitteilte. Die unter der Flagge der Kaimaninseln fahrende Yacht, die zuletzt im Hafen von Marina di Carrara gewartet worden war, sei den italienischen Behörden schon länger aufgefallen.

Offenbar kam Finanzminister Daniele Franco mit seiner Entscheidung für die Beschlagnahmung im Ukraine-Krieg einem Auslaufen der „Scheherazade“ und einer möglichen Flucht zuvor. Die New York Times hatte in dieser Woche berichtet, dass die Yacht nach Monaten im Trockendock am Dienstag erstmals wieder zu Wasser gelassen worden sei. Crew-Mitglieder seien beobachtet worden, wie sie das Schiff eilig beluden, außerdem sei die Yacht in der Vorwoche aufgetankt worden. Von Vorbereitungen zum Auslaufen berichtete auch ein AFP-Fotograf.

Luxusyacht beschlagnahmt: Wem gehört das 650-Millionen-Euro-Schiff wirklich?

Die Yacht wird von den italienischen Behörden auf einen Wert von rund 650 Millionen Euro geschätzt. Das im Jahr 2020 von der deutschen Firma Lürssen gebaute Schiff verfügt laut der spezialisierten Website SuperYachtFan über zwei Hubschrauberlandeplätze, einen Swimmingpool und ein Kino.

Ein Patrouillenboot vor der Luxusyacht „Scheherazade“ am 6. Mai, dem Abend der Beschlagnahmung. Immer wieder gibt es Berichte, dass das Schiff Putin gehören soll.
Ein Patrouillenboot vor der Luxusyacht „Scheherazade“ am 6. Mai, dem Abend der Beschlagnahmung. Immer wieder gibt es Berichte, dass die Yacht Putin gehören soll. © Federico Scoppa/AFP

Nach Recherchen des Teams des in Russland in Haft sitzenden Kreml-Gegners Alexej Nawalny gehört das Schiff Putin gehört das Schiff Putin. Das Ministerium gab den Namen des Eigentümers nicht bekannt. Das Luxusyacht-Unternehmen The Italian Sea Group, das zuletzt an dem Schiff gearbeitet hatte, hatte vor Wochen mitgeteilt, dass Putin laut Dokumenten nicht der Besitzer sei.

Italienischen Medien zufolge ist Eduard Chudainatow, der Ex-Chef des russischen Staatskonzerns Rosneft, als Besitzer eingetragen. Der Erdölmanager wird auch als Eigentümer der Superyacht „Amadea“ angeführt, die am Dienstag auf Fidschi beschlagnahmt worden war. Seine Yacht Graceful hatte Putin offenbar bereits Mitte März aus dem Hamburger Hafen in Sicherheit gebracht - aus Angst vor Sanktionen? Ob ihm auch die beschlagnahmte „Scheherazade“ gehört, bleibt damit wohl vorerst weiterhin ungewiss. (chd/dpa/AFP)

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