WM-Karten: Gericht weist DFB zurecht

- Im Rechtsstreit über den Ticket-Verkauf für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat das Frankfurter Landgericht dem DFB wenig Chancen auf Erfolg eingeräumt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte eine Einstweilige Verfügung gegen die Verkaufsklauseln beantragt. Die Richter drängten auf eine gütliche Einigung, die jedoch nicht zustande kam. Das Urteil soll am kommenden Mittwoch um 9 Uhr verkündet werden.

Die Richter störten sich ebenso wie die Verbraucherschützer insbesondere daran, dass die Service-Gebühr von 5 Euro pro Optionskarte auch dann einbehalten werden soll, wenn der Kunde kein Ticket und damit keine Leistung erhält. Bei den so genannten Team-Serien - Karten für alle Spiele einer bestimmten Mannschaft - liegen die bislang nicht erstattungsfähigen Gebühren sogar bei bis zu 50 Euro. Auch die Zustellgebühr von 10 Euro sei vom allgemeinen Schuldrecht nicht gedeckt, sagte der Richter. Außerdem habe das WM-Organisationskomitee bei den Optionstickets wohl widerrechtlich die Kündigung aus wichtigen Gründen ausgeschlossen.

Konkrete Auswirkungen hätte ein Verzicht des DFB auf das Optionsmodell zunächst wohl nur wenige. Jeder Kunde müsste sich im Fall einer Einstweiligen Verfügung seine Gebühren selbst vor dem Amtsgericht erstreiten, erläuterte Justizsprecher Stefan Möller. Vor der WM dürften die allermeisten Optionsbesitzer daran kein Interesse haben, sondern ihre Optionen auf freiwilliger Basis behalten. "Der normale Fan wird den Teufel tun, sich im Vorfeld anzulegen. Der will sein Ticket bekommen und sein Spiel sehen", meinte Richter Jeßberger. Auch der DFB ist nach den Worten des Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger willens, die bestehenden Optionen einzulösen.

Zwanziger verteidigte im Gerichtssaal das komplexe Ticketsystem. "Es geht hier um ein gnadenlos überbuchtes Ereignis." Nur mit dem Optionsmodell sei es möglich, die Karten von Anhängern bereits ausgeschiedener Mannschaften schnell wieder an andere Interessenten zu bringen.

Der FDP-Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff forderte den DFB auf, auch die Bestimmungen für die aktuell laufenden Verkaufsserien auf ihre Verbraucherfreundlichkeit zu untersuchen. "Falls die angegriffenen Klauseln kippen, ist das eine gute Entscheidung für die Fußball-Fans."

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