WM-Konjunktur treibt CTS Eventim

- München - Dass es eine deutsche Sonderkonjunktur wegen der Fußball-Weltmeisterschaft tatsächlich gibt, zeigt sich beim Ticketvermarkter und Konzerteveranstalter CTS Eventim. Die Bremer wickeln im Auftrag des Organisationskomitees den Verkauf der heiß begehrten 3,2 Millionen Eintrittskarten ab und machen damit gute Geschäfte. Zehn Millionen Euro Umsatz zusätzlich brachte der WM-Ticket-Handel allein 2005 ein. Dadurch beflügelt, war CTS im vergangenen Jahr erfolgreich wie noch nie.

Die Erlöse stiegen nach vorläufigen Zahlen um 15 Prozent auf über 250 Millionen Euro; der Gewinn vor Steuern und Zinsen legte um gut 50 Prozent auf über 30 Millionen Euro zu. Dabei machte sich laut Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg aber nicht allein der Fußball-Bonus bemerkbar. Ausverkaufte Tourneen von Stars wie Elton John und Anastacia und der boomende und kostengünstige Ticketverkauf über das Internet hätten zusätzlich zur Ergebnisverbesserung beigetragen.

Auch heuer bekommt Europas größter Ticketvermarkter noch einmal den Aufwind durch das Fußball-Spektakel zu spüren. Erlöse von 20 Millionen Euro wird das Billetts-Geschäft erneut bringen, schätzt Schulenberg - genug, um weitere Rekorde anzupeilen. "Wir sind davon überzeugt, dass wir alle Kennzahlen erneut steigern können", sagt der Mittfünfziger. Dabei will er sich nicht allein auf die WM verlassen: "Wir haben viele Ideen."

Eine davon ist eine Internetplattform, über die Kunden ab April Tickets, die sie bei CTS erworben haben, weiterverkaufen können. Das Unternehmen garantiert für die Echtheit der Karten, was etwa beim Handel über Ebay nicht der Fall ist. Allerdings müssen die Nutzer tief in die Tasche greifen: Bis zu 25 Prozent des Verkaufserlös sollen an CTS gehen. Doch nach Ansicht von Schulenberg ist das Angebot sein Geld wert. So seien kürzlich bei Konzerten von Depeche Mode 2000 professionell gefälschte Tickets aufgetaucht, deren Besitzer dann nicht in die Hallen durften.

Doch CTS will nicht nur durch neue Angebote wachsen, sondern auch durch Zukäufe. In den nächsten Monaten sollen zwei Gesellschaften übernommen werden, wie Schulenberg angekündigt hat. Es liefen unter anderem Gespräche in Belgien, Spanien und der Schweiz.

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