WM-Wettfieber ohne Nachspiel: Was Internet-Zocker wissen sollten

- Die einen schwören auf Statistiken, die anderen vertrauen nur ihrem Bauchgefühl. Eines haben dennoch alle gemeinsam: Sie wollen gewinnen. Pünktlich zur WM ist das Wettfieber ausgebrochen und gezockt wird überall. Egal ob im Büro, unter Freunden oder im Internet. Doch gerade die Online-Wetten sind mit Vorsicht zu genießen, denn hier lauern einige Gefahren auf die Fußballbegeisterten.

Einfach Online gehen, sich anmelden, über Kreditkarte ein Konto eröffnen und schon kann gesetzt werden. Das Internet-Glücksspiel ist kinderleicht und genau hier sieht Simone Mühe, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern, die Problematik: "Bei Wetten im Internet verliert man leicht den Überblick." Da nicht mit Bargeld gezahlt werde, sei dem Teilnehmer oft nicht bewusst, wie schnell er größere Summen aufs Spiel setzt, betont die Juristin.

Monopolist mit starker Konkurrenz

Der staatlich lizenzierte Wettanbieter Oddset hält in Deutschland das Glücksspielmonopol. Dennoch ist die Konkurrenz für den Anbieter, der nicht nur in den Wettbüros, sondern auch im Internet präsent ist, groß: Betandwin, Interwetten, Sportwetten Gera und Digibet/wetten.de haben ihre Geschäftsgrundlagen 1990 in den Wendemonaten der ehemaligen DDR gelegt. Aufgrund des Einigungsvertrags (Artikel 19) behielt ihre Lizenz Gültigkeit. Alle anderen Anbieter seien jedoch eindeutig nicht zugelassen, warnt Mühe.

Auf der sicheren Seite sind die Sportfreunde bei Oddset: Hier hat man einen Anspruch auf seinen Gewinn und kann diesen gegebenenfalls auch einklagen. Bei den restlichen Online-Buchmachern seien die Verträge hingegen unverbindlich, bei Zahlungsunfähigkeit des Anbieters gibt es für die Spieler kein Geld, betont die Rechtsexpertin. Die Sicherheit hat jedoch auch ihren Preis: Der staatliche Anbieter schüttet nach eigenen Angaben nur 56 Prozent der Wetteinnahmen wieder aus. 16 Prozent gehen als Glücksspielsteuer an die Bundesländer, weitere 15 bis 20 Prozent werden in die Sportförderung und die Bekämpfung der Spielsucht gesteckt. Ausländische Wettbüros geben bis zu 90 Prozent wieder raus - schließlich zahlen sie wesentlich weniger Steuern.

Den Rückzug nicht scheuen

Wer dennoch sein Glück versuchen und an der WM den einen oder anderen Euro verdienen will, sollte auf einige Punkte achten: "Gewinnspiele bergen immer die Gefahr, dass man zu viele von seinen Daten preisgibt", warnt die Verbraucherzentrale. Sollten mehr Informationen gefragt werden als zur Teilnahme erforderlich, sei davon abzuraten. Ein Rückzieher ist ebenso angesagt, wenn die Einsätze an auf Konto im Ausland überwiesen werden müssen.

Doch egal ob privater oder staatlicher Anbieter, ob Internet oder Wettbüro, "die Suchtgefahr ist immer gleich", warnt Mühe. Solange jedoch der Spaß im Vordergrund stehe und nur um kleine Einsätze gespielt werde, sei das Wetten unproblematisch.

Auch Freunde brauchen Regeln

Das gilt auch für Tippgemeinschaften im privaten Umfeld, gegen die, wie die Verbraucherzentrale verrät, der Gesetzgeber grundsätzlich nichts einzuwenden hat. Sinnvoll ist es allerdings, im Vorfeld die Regeln schriftlich festzuhalten, denn die Mitspieler sind nicht rechtlich abgesichert.

Weiterführende Links zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lufthansa nimmt Milliarde in die Hand
In der Air-Berlin-Pleite macht die Lufthansa Nägel mit Köpfen: Die Frankfurter nehmen eine Milliarde Euro zum Flugzeugkauf in die Hand. Bei Air Berlin zittern die …
Lufthansa nimmt Milliarde in die Hand
Uniper-Vertreter fürchten um Jobs
Nach der Verdopplung seines Börsenwertes steht der Energiekonzern Uniper vor einer Übernahme durch den finnischen Versorger Fortum. Die Arbeitnehmervertreter bangen um …
Uniper-Vertreter fürchten um Jobs
Darum rät die EU-Kommissarin keine Fischstäbchen zu kaufen 
Butterkekse ohne Butter, Fischstäbchen fast ohne Fisch: Die EU-Kommission rät Osteuropäern vom Kauf minderwertiger Marken-Lebensmittel ab.
Darum rät die EU-Kommissarin keine Fischstäbchen zu kaufen 
Fipronil-Skandal: EU-Kommission ist gegen Sanktionen
Die EU-Kommission will im Skandal um den Giftstoff Fipronil in Eiern keine Sanktionen, wegen der späten Information der Mitgliedstaaten, erheben. 
Fipronil-Skandal: EU-Kommission ist gegen Sanktionen

Kommentare