Wöhrl lotst die DBA aus den roten Zahlen

- München - Einen symbolischen Euro hat Hans Rudolf Wöhrl gezahlt, um der British Airways deren kränkelnde deutsche Tochter abzukaufen. Viele wetteten nicht auf den Erfolg des luftfahrtbegeisterten Textilunternehmers. Neun Monate später ist es so weit: "Wir gehen in Richtung Gewinnschwelle", sagte er über das am 1. April begonnene neue Geschäftsjahr.

<P>Seit der Übernahme im Juli 2003 hat die DBA zwar 40 Millionen Euro Verlust eingefahren. Doch die britische Mutter hat im gleichen Zeitraum 71 Millionen Euro zugeschossen. Bleiben also 31 Millionen als Polster. Sogar das sonst strenge Luftfahrt-Bundesamt hat das notwendige Testat für die nächsten zwölf Monate uneingeschränkt und ohne den häufigen Hinweis auf einen möglichen Liquiditätsengpass erteilt. </P><P>Die schnelle Sanierung kommt den Beschäftigten zugute, die - teils widerstrebend - auf Teile ihres Gehalts verzichtet haben. "Wir können zu den alten Gehältern zurückkommen", sagt Wöhrl. Allerdings wurde die Mitarbeiterzahl um 180 auf 660 reduziert.<BR><BR>Auch die Passagiere bekommen etwas ab vom Aufwind, in dem sich die bayerische Fluglinie fühlt. Die bisher kostenpflichtige Bordverpflegung gibt es wieder kostenlos. Das allerdings beruht nicht auf Nächstenliebe. Wöhrl: "Der Abrechnungs-Aufwand war zu hoch." Doch spielt wohl auch mit, dass DBA schwerpunktmäßig auf Geschäftsreisende setzt. 67 % ihrer Passagiere sind beruflich unterwegs. Deshalb vermeiden Wöhrl und sein Geschäftsführer Martin Gauss auch den Billig-Flieger-Begriff "Low-Cost" und sehen sich als "Low-Fare-Airline". Das Flexi-Ticket ist beliebig einsetz- und umbuchbar und kostet 175 Euro. Doch es überwiegen Flugpreise unter 100 Euro.<BR><BR>Nicht nur auf günstige Preise und Service setzt Wöhrl, sondern auch auf Zuverlässigkeit. Da die DBA auf keine Anschlussflüge Rücksicht nehmen muss, spricht Wöhrl von "extremer Pünktlichkeit". "Wir müssen den Passagieren einen Zeitvorteil verkaufen."<BR><BR>Derzeit hat DBA 16 Flugzeuge im Einsatz. Diese will man nach und nach ersetzen, aber die Flotte auch auf bis zu 24 Maschinen erweitern. Dabei können nicht nur Airbus oder - wie bisher - Boeing zum Zug kommen. Wöhrl hält sich die Option offen, neben den bisherigen 130-Sitzern auch deutlich kleinere Flugzeuge einzusetzen. Dann hat auch der brasilianische Hersteller Embraer eine Chance.<BR><BR>Sorgen macht der Fluggesellschaft, die in der früheren Lufthansa-Lounge im Münchner Flughafen - also in Rufweite zu den Passagieren - ihren Verwaltungssitz hat, nur der Name. Deutsche BA darf sie sich nach Loslösung von der britischen Mutter nicht nennen. Doch auch das noch genehme Kürzel hat schon für Ärger gesorgt. Die Bahn klagte dagegen, dass sich DBA "in schmarotzerischer Weise des guten Rufs der Bahn bedient" - erfolglos. "Selbst der Richter hat gelacht", erzählt Wöhrl. <BR></P>

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