Wohnen im Alter: Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

- Zufrieden alt werden, das bedeutet auch, selbstständig zu bleiben, in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Mit einer nahezu unüberschaubaren Vielfalt reagieren bundesweit etwa 3600 Anbieter von Senioren-Wohnsitzen auf diesen Wunsch. Da die Zahl der Alten steigen wird, blüht in der Branche das Geschäft und lockt auch unseriöse Anbieter auf den Plan.

<P>Man kann entweder als Mieter oder Eigentümer "betreut" wohnen. Am besten, Interessenten bestehen auf zwei Verträgen, damit die Preise für das Wohnen und die Serviceleistungen säuberlich getrennt sind. Alle Dienstleistungen sollten exakt mit Häufigkeit und Qualität aufgeführt sein. Umschreibungen wie "regelmäßig" oder "bei Bedarf" lassen zu viel Spielraum. Der Grundservice sollte nur aus einer zuverlässig erreichbaren Betreuungskraft (idealerweise Sozialarbeiter/in) und dem rund um die Uhr besetzten Hausnotruf bestehen.</P><P>Schließen Bewohner umfangreichere Pakete ab, verwehren sie sich selbst die Möglichkeit, eine preiswertere Variante zu wählen. Miete oder Kaufpreis sollten nicht mehr als 15 Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegen. Dieser Betrag ist eine realistische Entschädigung für den Aufwand des Bauens. Man sollte sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass die Behausung alten Menschen gerecht gestaltet wurde.</P><P>Künftige Mieter sollten auch darauf achten, dass der Vertrag zeitlich nicht befristet und die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten garantiert sind. Pflegebedürftigkeit darf kein Kündigungsgrund sein.</P><P>Käufer müssen mit Quadratmeterpreisen zwischen 2000 und 2700 Euro rechnen. Die Miete beträgt etwa sieben bis zehn Euro pro Quadratmeter. Öffentlich geförderte Wohnungen kosten etwa vier bis acht Euro Monatsmiete pro Quadratmeter. Die Mietnebenkosten sollten mit etwa zwei Euro pro Quadratmeter abgedeckt sein. Diese Zahlen können je nach Region stark variieren.<BR><BR>Der Hausnotruf kann laut Verbraucherschützern mit etwa 18 Euro zu Buche schlagen, der tägliche Mittagstisch dürfte 145 Euro kosten und eine qualifizierte Betreuungskraft, die mehrmals pro Woche anwesend ist, wird mit etwa 60 Euro veranschlagt (jeweils Monatspreise). Senioren, denen eine Pflegestufe zuerkannt wurde, erhalten für ambulante Versorgung und einige Serviceleistungen des "betreuten Wohnens" Geld aus der Pflegekasse. Sofern eine Betreuung eines Pflegebedürftigen mit anerkannter Pflegestufe nur in einem Altenpflegeheim gewährleistet werden kann, zahlt die Pflegekasse zwischen 1023 und 1688 Euro monatlich. Die Monats-Sätze in den stationären Einrichtungen liegen jedoch fast immer um 3000 Euro, und die Bewohner müssen den Differenzbetrag aus ihrem Einkommen oder Vermögen leisten. Ist kein privates Vermögen vorhanden, kann der Staat mit Sozialhilfe beispringen. <BR></P>

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