Wohnung räumen: Oft macht sich professionelle Hilfe bezahlt

- Der Tod oder die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen ist nicht nur mit Trauer und psychischer Belastung verbunden. Neben dem Schriftverkehr mit Behörden, Versicherungen und Banken muss oft auch eine Wohnung aufgelöst werden. Bei dieser Arbeit helfen - sofern sie nicht in Eigenregie vorgenommen wird - professionelle Entrümpler, Umzugsunternehmen oder Stadtreinigungen. Wegen der Vielzahl der Anbieter lohnt sich meist ein Preisvergleich.

<P>Bei Mietwohnungen sollte vor einer anstehenden Haushaltsauflösung jedoch zuerst das Mietverhältnis gekündigt werden. "Denn ein Mieter, der allein in der Wohnung gelebt hat, vererbt im Todesfall seinen Mietvertrag", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Die Erben können den Mietvertrag in diesem Fall jedoch mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist vorzeitig auflösen.<BR>Dieses Sonderkündigungsrecht gebe es aber nicht, wenn ein Mieter ins Alten- oder Pflegeheim geht. Hier gelten normale Fristen, die je nach Mietverhältnis auch länger sein können. Gekündigt werden müssen auch Telefon, Versicherungen, Strom-, Gas- und Wasseranschluss.<BR><BR>Beim Räumen der Wohnung können sich Angehörige von Firmen helfen lassen, die sich auf Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen spezialisiert haben. "Viele professionelle Verwerter bieten ihre Dienste in Kleinanzeigen an", sagt Ivo Lavetti, Inhaber einer Spezialfirma für Haushaltsauflösungen. In den meisten Fällen hätten Profis einen Trödelladen oder ein Lager, in dem Dinge, die für eine Zweitnutzung taugen, verkauft werden.<BR><BR>Eine Sammler-Wohnung zu räumen ist teurer<BR><BR>"Erben, die eine Entrümpelungsfirma mit der Haushaltsauflösung beauftragen, sollten zuerst mit Angehörigen und Miterben klären, was weggeräumt werden soll", rät Lavetti. Es habe keinen Sinn, einen Kostenvoranschlag zu erstellen, wenn beim Räumungstermin nur noch halb so viel Gegenstände vorhanden sind wie bei der Besichtigung. Der Erlös für verwendbare Möbel und Gegenstände werde bei der Kalkulation berücksichtigt. "Wenn dann die Hälfte fehlt, geht die Rechnung nicht mehr auf."<BR>Die Kosten lassen sich nur schwer pauschal beziffern. Die Wohnung eines Sammlers zu räumen, sei aufwändiger als die eines Menschen, der spartanisch gelebt habe. Durchschnittlich koste das Entrümpeln etwa 1000 Euro.<BR><BR>In einigen Großstädten kann auch die Müllabfuhr mit der Haushaltsauflösung beauftragt werden. Doch München verweist hier auf private Anbieter. Nur Sperrmüllabfur bietet der städische Abfallwirtschaftsbetrieb an.<BR><BR>Wer den Haushalt von Verwandten in Hamburg oder Berlin auflösen muss, findet städische Ansprechpartner. "Vor der Auftragsvergabe taxiert ein Mitarbeiter den Wert des Hausstandes, um den individuellen Preis zu bestimmen", sagt Bernd Müller von der Stadtreinigung Berlin. Gut erhaltene Gegenstände werden im eigenen Gebrauchtwarenhaus verkauft. Die Kosten lägen im Vergleich zu kommerziellen Anbietern im "guten Mittelfeld", sagt Müller. "Auch in Hamburg können Interessenten eine Haushaltsauflösung bei der Stadtreinigung bestellen", sagt deren Pressesprecher André Müller.<BR><BR>Auch manche Umzugsunternehmen bieten Haushaltsauflösungen an. "Besonders in Ballungsgebieten sind einige Speditionen hierauf spezialisiert", sagt Dirk Hochgesang vom Bundesverband Möbelspedition. Allerdings hängt der Preis hier nur von der Menge der zu entsorgenden Gegenstände ab, der Wert wird nicht gegengerechnet. Bei gut erhaltenen Möbeln oder Kleidung, die kein Angehöriger will, sollte vorher bei karitativen Einrichtungen nachgefragt werden. Das verringere nicht nur die Kosten, sondern helfe auch Bedürftigen.<BR></P>

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