Wie die Wohnungsauflösung gelingt

- Ein Trauerfall belastet die Angehörigen nicht nur seelisch, sondern auch zeitlich und finanziell. Neben etlicher Formalitäten steht zudem oft noch die Haushaltsauflösung an. Das ist nicht ganz unkompliziert.

Die Haushaltsauflösung fällt vielen Angehörigen besonders schwer ­ professionelle Helfer bieten hierbei Unterstützung. Erste Ansprechpartner können Bestatter sein. Sie nehmen trauernden Angehörigen viele Formalitäten ab, wenn diese es wünschen ­ etwa den Gang aufs Standesamt oder die Benachrichtigung von Rentenkasse und Versicherungen. "Je nach Aufwand kostet der Service zwischen 150 und 400 Euro", erläutert Rolf Lichtner, Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Bestatter (BDB).

Bestatter stehen helfend zur Seite

"Auf Wunsch lösen unsere Mitglieder auch den Haushalt auf und melden das Auto ab", sagt Lichtner. Die Bestatter arbeiten hierbei in der Regel mit Spezialfirmen zusammen oder vermitteln zumindest deren Adressen. Die Firmen bewerten den Hausrat, bevor er etwa bei Auktionen verkauft wird. Den Auftrag zur Wohnungsauflösung dürfen grundsätzlich Ehepartner, Kinder oder Eltern des Verstorbenen geben. Der Erbschein gilt ebenfalls als Legitimation.

Kostenvoranschlag bei Entrümpler-Profis

Die Angehörigen können auch selbst einen professionelle Entrümpler engagieren. Zum Schutz vor unseriösen Anbietern empfiehlt sich eine Vorbesichtigung, bei der festgelegt wird, was der Entrümpler mitnimmt. Dann sollten Angehörige sich einen Kostenvoranschlag geben lassen. Günstig ist es dabei, einen Pauschalbetrag zu vereinbaren. Außerdem sollte die Firma eine Haftpflichtversicherung vorweisen, die für mögliche Transportschäden geradesteht.

Haushaltsauflösung planen

Vor Beginn der Haushaltsauflösung sollte ein Zeitplan aufgestellt werden. Er ist im Hinblick auf Kündigungsfristen für den Mietvertrag, Renovierungsarbeiten und kommunale Abholtermine für Sperrmüll hilfreich. Ebenso ist es ratsam, sich einen Überblick über den Nachlass zu verschaffen. Wertgegenstände und Erinnerungsstücke sollten aussortiert werden.

Entrümpeln mit gutem Gewissen

Wer selbst aufräumt, findet in karitativen Einrichtungen Abnehmer für brauchbare Dinge aus dem Hausrat. In vielen Städten und Landkreisen gibt es von Wohlfahrtsverbänden oder Diakonie betriebene Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser, in denen bedürftige Menschen gebrauchte Waren günstig einkaufen können. So nimmt beispielsweise das Gebrauchwarenhaus Diakonia in München alles an, was gut erhalten ist, angefangen von Textilien, Geschirr und anderen Haushaltsgegenständen über Elektrogeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke bis hin zu Möbeln, wie Leiter Christian Gärtner aufzählt.

Kostenfreier Abholservice

Große und noch gut erhaltene Gegenstände holen die Mitarbeiter des Gebrauchtwarenhauses laut Gärtner kostenfrei ab. Bei einem Besichtigungstermin in der Wohnung begutachten sie vorab, was brauchbar ist. Was für untauglich bewertet wird, entsorgen sie auf Wunsch. Dafür müssen Angehörige mit Kosten von 50 Euro die Stunde rechnen. Diese schwanken aber von Haus zu Haus stark.

Die Alternativen: Flohmarkt, Anzeigen

Um Einrichtung und Wertgegenstände zu Geld zu machen, können Hinterbliebene auch eine Annonce im Kleinanzeigenteil einer Zeitung aufgeben. Daneben ist das Internet als Plattform für den Verkauf eines Nachlasses in Eigenregie ebenso geeignet wie Flohmärkte.

Antiquitäten versteigern lassen

Eine andere Möglichkeit ist eine Auktion. Im Vorfeld schätzt ein Auktionator die Sachen. Christiane Bernuht, Vizepräsidentin des Bundes deutscher Auktionatoren in Erfurt, rät Hinterbliebenen, mindestens zwei Angebote einzuholen: "Wir hatten schon Differenzen von 150 000 Euro." Gehören Sammlungen zum Erbe, sei das ein Fall für einen spezialisierten Auktionator ­ das gelte etwa für Briefmarken, Münzen oder auch Porzellan.

Auktionen entlasten das Portemonnaie

Auch Auktionen in der Wohnung sind möglich. Trödelhändler deckten sich gerne auf solchen Veranstaltungen ein. Trotz kleiner Preise blieben für die Angehörigen nach Abzug der Provision für den Versteigerer meist ein paar Euro übrig. Was nicht weggeht, wird später auf Kosten des Auftraggebers entrümpelt.

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