Wohnzimmer-PC wartet auf Erfolg

- Hannover - Konvergenz ist eines der Zauberworte auf der Cebit 2006. Fällt dieser Begriff, hören Hersteller von digitaler Unterhaltungselektronik die Kasse klingeln. Konvergenz bedeutet, dass Computer und Unterhaltungselektronik immer mehr zu digitalen Systemen verschmelzen, die künftig Einzelgeräte wie Fernseher, Verstärker oder DVD-Player ersetzen sollen. Neu ist dieser Trend zwar nicht, denn Microsoft wirbt ja schon seit einiger Zeit für den "Wohnzimmer-PC" - und das bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Doch auf der diesjährigen Cebit gibt es einige Neuerungen, die den Einzug von digitaler Technik ins Wohnzimmer beschleunigen könnten.

Unterhaltungs-PCs

Zur Cebit 2006 stellt Intel mit der Intel Viiv Technologie eine neue Plattform für Unterhaltungs-PCs vor. Damit kann man künftig von einem einzigen Gerät aus Filme ansehen, Computerspiele spielen und dabei gleichzeitig Musik aus dem Internet herunterladen oder abspielen - und das ganze auf Wunsch auch kabellos über Wireless LAN. Schon im ersten Quartal dieses Jahres sollen mehr als 80 PC-Systeme verschiedener Hersteller auf Basis der neuen Intel-Plattform vorgestellt werden. Das Herzstück dieser Plattform ist ein Dual-Kern-Prozessor, der extrem hohe Leistung mit sehr geringem Energieverbrauch vereint. PCs mit dieser Technologie lassen sich ähnlich wie ein Fernseher über eine Fernbedienung steuern. Die neue Plattform umfasst das Betriebssystem Microsoft Windows XP Media Center Edition 2005 sowie Software zur Medienwiedergabe.

Microsoft selbst macht die Spielkonsole Xbox 360 zur Unterhaltungs-Plattform: Im Zusammenspiel mit der Windows XP Media Center Edition kann die Xbox künftig mit Digitalkamera, MP3-Player und PC vernetzt werden und deren Inhalte auf dem Fernseher wiedergeben.

Riesen-TV

Die Hersteller von Fernsehgeräten erwarten sich, bedingt durch die Fußball-WM, in diesem Jahr den großen Durchbruch für Highdefinition-Fernseher (HDTV). Für alle, die die Spiele in großem Format und mit Dolby Surround ansehen wollen, gibt es auf der Cebit einige neue Geräte zu sehen. Weniger für das normale Wohnzimmer geeignet sind die riesigen Plasma-Bildschirme mit einer Bildschirmdiagonale von 2,61 Metern (103 Zoll) und 2,59 Metern (102 Zoll), die Panasonic und Samsung auf der Messe als Prototypen vorstellen.

Von BenQ kommt dagegen ein alltagstaugliches Gerät: Der LCD-Fernseher PL 4271 hat eine Bildschirmdiagonale von 42 Zoll und bietet volle HDTV-Auflösung von 1920 x 1080. Das TV-Gerät soll ab Juni erhältlich sein und 2999 Euro kosten.

Wer sich dieses Jahr einen neuen Fernseher kaufen möchte, sollte auf die Auflösung achten. Im letzten Jahr galt noch das Label "HD-ready" mit einer Anzahl von mindestens 720 Bildzeilen als Nonplusultra. In diesem Jahr gibt es jedoch schon TV-Geräte mit "Full HD" und 1080 Bildzeilen, die noch bessere Bildqualität bieten.

Nachfolger der DVD

Einen noch unentschiedenen Wettstreit gibt es zwischen den beiden Nachfolge-Standards der DVD. Ob die von Sony und Philips entwickelte Blue-Ray-Disk das Rennen bei den neuen Speichermedien machen wird, oder die Highdefinition-DVD (HD-DVD), die von Herstellern wie Toshiba favorisiert wird, ist bislang noch unklar. Sicher ist, dass auf der Cebit sowohl die ersten Blue-Ray-Brenner als auch die ersten HD-DVD-Recorder vorgestellt werden.

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