Wolfsburg putzt sich raus: Am Montag kommt der neue Golf

- Wolfsburg - In der Halle 3 des Wolfsburger Volkswagenwerks riecht es beißend nach frischer Farbe. Die Wände sind strahlend weiß getüncht, die Fahrspuren in der größten Autofabrik der Welt mit frischer Farbe in tiefem Grau nachgezogen. Mitarbeiter wirbeln geschäftig herum, springen auf die Hebebühne, um auch die Rohre an der Decke zu putzen. VW putzt sich raus für den kommenden Montag, denn dann soll der Öffentlichkeit das wichtigste Auto des Wolfsburger Konzerns präsentiert werden _ der neue Golf 5.

<P>Um einen Reinfall zu verhindern, gibt selbst die Stadtverwaltung Schützenhilfe. Eine Stunde vor der Enthüllung des neuen Golf benennt sich der am Tropf von VW hängende Retortenort Wolfsburg um. Auf allen Ortsschildern und auf den Poststempeln wird bis Anfang Oktober stehen: "Golfsburg".</P><P>Nach dem bisher schwachen Jahr 2003 mit deutlichen Gewinneinbußen soll der neue Golf für VW die Wende bringen. Der veraltete Golf IV fand zuletzt immer weniger Käufer. VW rechnet in diesem Jahr nur noch mit 700 000 verkauften Golf - nach 785 000 vor einem Jahr.</P><P>Die Hoffnungen aller VWler ruhen auf der Neuauflage des Modells. Anfang Oktober soll der neue Golf in den Handel kommen. Der Kompaktwagen ist in alle drei Richtungen gewachsen, soll aber nicht teurer werden. Noch in diesem Jahr will VW rund 135 000 Stück vor allem in Deutschland verkaufen. Experten halten das für ein ehrgeiziges Ziel. 2004 sollen es dann 600 000 Autos pro Jahr sein, die in Wolfsburg, Mosel, Brüssel und in Südafrika vom Band laufen. 2004 gelte dabei noch als ein "Anlaufjahr", heißt es. Richtig durchstarten solle der Golf V dann 2005.</P><P>Zwar macht der Golf nur noch 15 Prozent des Umsatzes von VW aus. Vom Erfolg des wichtigsten Modells hängt aber eine Menge ab. Ein Flop des Golf V könnte das Image von Europas größtem Autobauer in eine Krise führen. "Mit dem neuen Golf darf nichts schief gehen", heißt es in der Konzernzentrale. Der Besucherdienst ist darauf vorbereitet, dass alle Journalisten, die am Montag aus ganz Europa erwartet werden, auch einen Blick in die Produktion werfen wollen. Sie werden dann einen kleinen Teil der insgesamt 3300 Industrie-Roboter zu sehen bekommen, die ihre Stahlhände an den neuen Golf legen. Zwei Drittel davon hat VW für das neue Modell angeschafft. Der Rest stammt aus der alten Produktion und wurde umprogrammiert. Alles in allem kostet die Einführung des neuen Modells das Unternehmen weit mehr als eine Milliarde Euro.</P>

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