Womit Eltern rechnen können - Hilfe zur Familiengründung

- In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren. Letztes Jahr haben rund 682 000 Babys das Licht der Welt erblickt. Neben der Freude, die Kinder bescheren, gelten sie immer häufiger auch als ein Armuts-risiko. Mit welchen finanziellen Hilfen können junge Eltern rechnen?

Das leistet die Krankenkasse

- Untersuchungstermin: Für die Termine zur Feststellung einer Schwangerschaft und Vorsorgeuntersuchungen fallen keine Praxisgebühren an. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle verordnungsfähigen Arzneien, Hilfs-, Verbands- und Heilmittel, die aufgrund von Schwangerschaftsbeschwerden oder im Zusammenhang mit der Entbindung verordnet werden. Die Patientinnen müssen keine Zuzahlungen leisten. Das gilt auch für die Entbindung und den anschließenden Krankenhausaufenthalt.

- Vorbereitungskurs: Vor der Geburt sollten werdende Mütter einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen. Die Kosten werden anders als die Ausgaben für Schwangerschaftsgymnastik von der Krankenkasse übernommen. Will der Partner den Kurs ebenfalls besuchen, so muss er ihn selbst bezahlen.

 - Fahrtkosten: Fahrten zur stationären Entbindung werden von den Kassen ebenso bezahlt wie notwendige Rettungsfahrten. Die Frauen müssen hier aber zehn Prozent übernehmen, mindestens fünf und maximal zehn Euro pro Fahrt.

- Hebamme: Nach der Geburt hat jede Frau acht Wochen lang Anspruch auf Hebammenhilfe.

Mutterschutz von Berufstätigen

Das Mutterschutzgesetz gilt für alle Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Hausfrauen, Selbstständige oder Geschäftsführerinnen sind jedoch nicht in den Schutzbereich einbezogen.

Für Schwangere in einem Arbeitsverhältnis gilt vor und nach der Geburt eine Schutzfrist. Sie beginnt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Geburt. Vor der Geburt kann die werdende Mutter selbst entscheiden, wie lange sie noch arbeiten möchte, nach der Geburt gilt innerhalb der Schutzfrist ein absolutes Beschäftigungsverbot.

Der Arbeitgeber muss die Arbeitnehmerin für Vorsorgeuntersuchungen und Stillzeiten von der Arbeit freistellen, ohne dass dadurch ein Verdienstausfall entsteht. Während der Schwangerschaft und bis zu vier Monate nach der Entbindung genießt die Arbeitnehmerin außerdem Kündigungsschutz, der nur in Sonderfällen (z.B. Insolvenz) nicht greift. Wurde eine Arbeitnehmerin vor dem Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft gekündigt, so ist die Kündigung unwirksam, sofern der Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen über die Schwangerschaft in Kenntnis gesetzt wird. Allerdings muss die Schwangerschaft beim Zugang der Kündigung bereits bestehen.

Mutterschaftsgeld

Während des Mutterschutzes zahlen die gesetzlichen Krankenkassen für die Dauer der Schutzfrist Mutterschaftsgeld an Arbeitnehmerinnen, insgesamt 13 Euro am Kalendertag. Übersteigt der monatliche Nettolohn diese insgesamt 390 Euro (30 Tage à 13 Euro), so zahlt der Arbeitgeber den Differenzbetrag. Frauen, die privat versichert sind, bekommen diese Leistung nicht, sondern können einmalig einen Antrag bei der Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes (www.bva.de) stellen. Sie erhalten dann ein Mutterschaftsgeld von einmalig maximal 210 Euro.

Mehr Informationen

zum Thema gibt es bis 27. Juni unter der Fax-Abrufnummer 0900/125 26 65 51 40 (6 Seiten, 62 Cent/Minute). Kein Fax? Dann senden Sie einen mit 90 Cent frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort "Finanzielle Hilfe für Eltern" an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf.

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