Worauf es beim Schulranzen ankommt

Leuchtstreifen soll er haben, gepolsterte Gurte und dabei auch gut aussehen: der Schulranzen. Zum Schulanfang haben Eltern bei der Tasche für den Nachwuchs die Qual der Wahl. Wir zeigen, worauf es ankommt.

Reflektoren

Sehen und gesehen werden: Die Sicherheit im Straßenverkehr hat bei der Wahl des Schulranzens oberste Priorität. "20 Prozent des Stoffes müssen fluoreszierend sein, wie bei einer Sicherheitsweste", sagt Gitta Geue von der Verbraucherzentrale Bayern. Weitere zehn Prozent der Oberfläche sollten aus retroreflektierendem Material bestehen. "Das wirft das Licht von Autoscheinwerfern zurück", erklärt Geue. Die Leuchtstreifen haben die Signalfarben Orange-rot und Gelb.

Wenn ein Schulranzen im Straßenverkehr gut auffällt, erfüllt er die DIN-Norm 58124. Auf den Taschen weißt das TÜV/GS-Zeichen auf diese Norm hin, die auch Witterungsbeständigkeit bescheinigt. "Die Hersteller werben auch mit diesem Prüfsiegel. Man kann es also nicht übersehen", sagt Geue.

Form und Sitz

Auch wenn der Ranzen ein Geschenk sein soll: Die Kinder zum Kauf mitzunehmen, ist ein Muss. "Erst wenn der Nachwuchs die Schultasche selbst probiert, sehen die Eltern, ob sie wirklich richtig sitzt", erklärt Geue.

Wichtig: Der Ranzen sollte nicht über die Schultern des Kindes hinausragen, weil so die Wirbelsäule am wenigsten belastet wird. Die Schultergurte müssen gepolstert, mindestens vier Zentimeter breit sowie leicht verstellbar  sein. Die Riemen dürfen nicht zu lang sein, damit die Kinder nicht über sie stolpern, wenn sie den Ranzen am Griff tragen. Ein Polster an der Rückwand darf natürlich auch nicht fehlen. Geue: "Eltern sollten darauf achten, dass das Rückenteil an mehreren Stellen am Körper des Kindes anliegt."

Standfestigkeit

"Der Schulranzen darf - leer oder voll - auf keinen Fall umkippen", sagt Gitta Geue. Ob das gewählte Modell über einen sicheren Stand verfügt, kann von den Eltern direkt im Geschäft ausprobiert werden.

Fächer

Innen im Ranzen sind Trinkflaschen nicht optimal aufgehoben. Ist der Verschluss nur locker zugedreht, werden Bücher und Hefte eventuell nass. "Deswegen muss in den - fest verschließbaren - Seitentaschen genug Platz für eine Trinkflasche sein", erklärt Geue. Eltern sollten zudem darauf achten, dass auch große Bücher und A4-Hefte in den Schulranzen passen. Die Anzahl der Fächer ist Geschmackssache.

Deckel

"Der Deckel soll weit öffnen und nicht von allein zurückschlagen", erklärt Brigitte Kluth-Kosnik von der Stiftung Warentest auf der Webseite www.test.de. Der Verschluss muss stabil sein und leichtgängig. Der Griff auf dem Deckel des Ranzens sollte gepolstert sein und gut in der Hand liegen.

Gewicht

Viele Schüler schleppen zu viel mit sich herum. "Zehn bis zwölf Prozent des eigenen Körpergewichts sind genug", sagt Kluth-Kosnik. Ein Beispiel: Ein Erstklässler wiegt 25 Kilogramm. Ranzen, Hefte und Bücher sollten zusammen höchstens 2,5 bis drei Kilo wiegen. Wichtig: Die Tasche allein bringt schon bis zu 1,5 Kilogramm auf die Waage.

"Die Eltern sollten jeden Tag mit ihren Kindern durchgehen, was am nächsten Tag in der Schule gebraucht wird - und den Rest aus dem Ranzen nehmen", rät Gitta Geue. Außerdem ist es wichtig, dass sich die Kinder als Ausgleich zur Rückenbelastung in der Freizeit viel bewegen.

Preis

Für einen guten Schulranzen, der alle Voraussetzungen erfüllt, müssen Eltern laut Geue mindestes 100 Euro auf den Tisch legen. Motive vom Vorjahr gibt es manchmal günstiger. "Auch spricht nichts dagegen, einen gut erhaltenen, gebrauchten Ranzen von Bekannten oder Nachbarn abzukaufen", sagt Geue.sabine dietrich

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