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Worauf es bei Blumenbestellungen im Netz ankommt.

Worauf es bei Blumen aus dem Netz ankommt

Am kommenden Sonntagmorgen wird es in Blumengeschäften wieder eng, denn an keinem anderen Datum des Jahres werden mehr Blumen verkauft als am Valentinstag.

Nach Zahlen der Dresdner Bank fließen Jahr für Jahr am 14. Februar um die 21 Millionen Euro in die Kassen deutscher Floristen. „An diesem Tag ist der Absatz im Durchschnitt zweieinhalb Mal so hoch wie an einem normalen Verkaufstag“, sagt Dresdner-Bank-Volkswirt Rolf Sandvoß. Und der Puls so mancher Last-Minute-Käufer dürfte ebenfalls zweieinhalb Mal so hoch sein wie an normalen Tagen. Abhilfe für bequeme Zeitgenossen bietet wie so oft das Internet.

Die beliebtesten Schnittblumen

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Das Prinzip

Die bundesweit tätigen Floristen-Ketten wie Fleurop oder Blume2000 haben das weltweite Datennetz längst als Vertriebskanal entdeckt und bieten den unkomplizierten Blumenversand auch online an. Bedarf am virtuellen Blumenkauf ist vorhanden: Im vergangenen Jahr wurde zum Muttertag jeder zehnte Blumenstrauß im Internet geordert. „Der Online-Blumenhandel hat sich etabliert“, sagt Heinz Paul Bonn, Vizepräsident des Internet-Branchenverbandes Bitkom. Die deutschen Blumenhändler erwirtschaften nach Zahlen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle der Agrarwirtschaft rund zehn Prozent ihres Gesamtumsatzes mit Schnittblumen im Internet. Beim Blumenkauf im Internet treffen Verbraucher auf eine große Auswahl an Floristen: Mittlerweile tummeln sich über 100 Anbieter im Netz – vom Lebensmitteldiscounter über Drogeriemärkte bis hin zu Versandhäusern und traditionellen Floristen. Der wohl bekannteste Blumenversender ist Fleurop – der Floristenverbund schickt die Blumen nicht per Post, sondern lässt sie von Floristen in einem von über 9000 Fachgeschäften zusammenstellen und an die Haustür bringen.

Die schlimmsten Geschenke zum Valentinstag

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Die Bestellung

Die Blumenläden locken im Internet mit einer Bestellroutine, die einfacher nicht sein könnte: Auf großen Fotos lassen sich die verschiedenen Blumenkreationen begutachten. Zusatzgeschenke wie eine Mini-Sektflasche „Ich liebe dich“ oder Pralinen für 4,95 Euro (Blume2000) oder ein Teddy für 6,50 Euro (Fleurop) können der Bestellung hinzugefügt werden. Sind Blumenstrauß und Zusatzgeschenk ausgewählt, kann der Kunde bei Blume2000 für einen weiteren Aufpreis von 2,49 Euro eine Grußkarte auswählen und diese mit einem höchstens 480 Zeichen langen Gruß versehen.

Die Kosten

Verbraucher sollten allerdings bei den Kosten genau hinsehen: Fleurop wirbt auf seiner Startseite mit günstigen Preisen, der bunte „Wolke Sieben“-Strauß soll beispielsweise 29 Euro kosten. Wer auf „Bestellen“ klickt, wundert sich jedoch: 29 Euro ist der Preis für einen kleinen Strauß. Wer einen größeren wünscht, muss acht Euro drauflegen. Hinzu kommt bei Fleurop eine Servicepauschale von vier Euro. Kurzentschlossene, die Lieferung am selben Tag verlangen, zahlen nochmal 2,50 Euro drauf. Während sich bei Fleurop die Blumenhändler am Ort um die Bestellung kümmern, schickt Blume2000 die bunten Grüße per DHL und berechnet 4,95 Euro zusätzlich für die Versandkosten. Die Expresslieferung – bestellt bis 19 Uhr, geliefert am Folgetag bis 12 Uhr – kostet 9,95 Euro.

Die Qualität

Weil Blumenbesteller bei der Bestellung über das Internet nicht die Qualität der Blumen begutachten können, geben die meisten Blumenversender im Netz eigene Qualitätsgarantien: Blume2000 verspricht, dass die Sträuße bei richtiger Pflege mindestens eine Woche halten. Macht die Blume früher schlapp, erhalten Verbraucher eine kostenlose Ersatzlieferung oder ihr Geld zurück. Dasselbe gilt bei Fleurop: Sieben Tage Blumenfreude sind garantiert, ansonsten gibt es „Naturalersatz“. Allerdings: „Generell haben Verbraucher kein Widerrufsrecht bei Waren, die extra für den Kunden angefertigt werden oder die aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind“, sagt Barbara Steinhövel von der Verbraucherzentrale. Das Widerrufsrecht gilt also nicht für Schnittblumen. Ist der Strauß nicht frisch oder zu klein, können Verbraucher jedoch reklamieren – am besten mit Foto.

Die Lieferung

Damit die Blumenbestellung nicht in einem Rosenkrieg endet, sollte man einiges beachten: Wenn die Onlinehändler nicht mit lokalen Floristen zusammenarbeiten, kommen die Blumen mit der Post. Eine Gewähr für termingerechte Lieferung besteht nicht. Und wenn der Beschenkte außer Haus ist, muss er sich den Strauß bei der Post oder einem Nachbarn abholen. Wichtig ist auch der Termin: Wenn der Blumengruß am Montag ankommen soll , muss die Bestellung am Samstag aufgegeben werden, möglichst am frühen Vormittag.

Von Sebastian Wieschowski

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