WTO: Wirtschaftsmächte machen Druck

- London/Genf - Die führenden Wirtschaftsmächte haben eindringlich für ein neues Welthandelsabkommen geworben, lehnen eigene Zugeständnisse aber zum großen Teil ab. Zum Abschluss von G-7-Beratungen sagte US-Finanzminister John Snow mit Blick auf die bevorstehende WTO-Konferenz in Hongkong: "Wir können uns ein Scheitern nicht erlauben."

Die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) soll vom 13. bis 18. Dezember in Hongkong zu neuen Regelungen für den grenzüberschreitenden Austausch von Waren und Dienstleistungen führen. Zu den wichtigsten Streitpunkten gehören die hohen Agrarsubventionen der Europäischen Union. Weil die EU-Erzeuger dadurch niedrigere Preise für landwirtschaftliche Güter anbieten können, sind die Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig.

Der britische Schatzkanzler Gordon Brown rief den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac auf, seinen Widerstand gegen eine drastische Kürzung der Beihilfen für die Landwirte zu überdenken. Die bisherigen Angebote der EU zur Senkung ihrer Agrarsubventionen werden von den Handelspartnern als unzureichend abgelehnt.

Brasilien und Indien, die an der Finanzministerkonferenz der sieben führenden Industriestaaten als Gäste teilnahmen, boten eine Zollsenkung für Industrieprodukte an. Zugleich bekräftigten sie aber ihre Forderung nach einem weit reichenden Abbau der Agrarsubventionen.

Der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels, Anton F. Börner, hat an die großen Handelsmächte appelliert, die Welthandelsrunde nicht am Streit um Prozentsätze für Zollsenkungen scheitern zu lassen. "Wenn man den Konsens hat, dass man die großen Probleme der Welt nur mit freiem Welthandel lösen kann, dann muss man sich bewegen, muss man weg vom Detail. Wir müssen wegkommen vom Erbsenzählen."

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