+
Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Yahoo-Chefin wirbt Spitzenmanager von Google ab

Los Angeles - Der in die Defensive gedrängte Internetkonzern Yahoo schaltet auf Angriff um: Chefin Marissa Mayer hat dazu einen ehemaligen Weggefährten von Google herübergeholt.

An der Spitze des Internetkonzerns Yahoo steht künftig ein weiterer ehemaliger Google-Manager. Firmenchefin Marissa Mayer hat Henrique de Castro von ihrem Ex-Arbeitgeber abgeworben. Der Spezialist fürs Online-Werbegeschäft wird als sogenannter Chief Operating Officer das Tagesgeschäft leiten. Er trägt dabei unter anderem die Verantwortung für den Vertrieb, das Mediengeschäft und die internen Abläufe im Unternehmen.

„Ich bin begeistert, dass er zu Yahoos starkem Führungsteam stößt“, erklärte Mayer am Montag am Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale. Sie hat seit ihrem Amtsantritt im Juli bereits große Teile des obersten Managements ausgetauscht. So bekam Yahoo einen neuen Finanzchef und eine neue Marketingverantwortliche. De Castro soll spätestens im Januar seinen Posten antreten.

Ziel der personellen Neuaufstellung ist es, Yahoos schwächelndes Werbegeschäft wieder flott zu kriegen. De Castro ist dabei eine Schlüsselfigur. Er war auch bei Google zuletzt in diesem Bereich leitend tätig. Mayer wiederum war das weibliche Gesicht des Suchmaschinenprimus und für die Kartendienste verantwortlich, bevor sie die Führungsrolle bei dem von Personalquerelen geplagten Rivalen Yahoo übernahm.

Yahoo hatte nach Informationen des Technologie-Blogs „All Things D“ schon eine ganze Weile um de Castro gebuhlt. Schon Mayers wegen eines geschönten Lebenslaufs geschasster Vorgänger Scott Thompson hatte demnach versucht, den Google-Manager abzuwerben. Google ist Yahoos schärfster Rivale beim Ringen um die lukrative Online-Werbung. Auch Facebook buhlt um die Werbekunden.

Mayer dürfte de Castro am Ende mit jeder Menge Geld überzeugt haben: Das jährliche Grundgehalt liegt bei 600 000 Dollar; hinzu kommen Boni. Vor allem aber bekommt der Manager 1 Million Dollar in bar quasi als Antrittsprämie, wie aus Börsenunterlagen hervorgeht, sowie über vier Jahre verteilt Aktien beziehungsweise Aktienoptionen im Wert von mehreren Dutzend Millionen Dollar.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Dax bleibt lethargisch
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax präsentiert sich schwerfällig. Die Flut von Unternehmenszahlen in den kommenden Tagen sowie die am Donnerstag anstehende Sitzung der …
Der Dax bleibt lethargisch
Große Pläne: Netflix will sich hunderte Millionen am Kapitalmarkt holen
Serien und Filme sind nicht billig in der Herstellung. Der Streamingdienst Netflix will sich nun frisches Geld holen. Und das nicht zu knapp.
Große Pläne: Netflix will sich hunderte Millionen am Kapitalmarkt holen
BASF erzielt dank Basischemikalien erneut Gewinnsprung
Für den Chemieriesen läuft es dank eines starken Geschäfts mit Chemikalien für viele Alltagsprodukte rund. In den anderen Sparten gibt es hingegen Rückschläge.
BASF erzielt dank Basischemikalien erneut Gewinnsprung
EU-Länder einigen sich auf neue Regeln gegen Sozialdumping
Frankreichs Präsident Macron jubelt: Er hat sich besonders für eine Reform der Entsenderichtlinie eingesetzt - jetzt ist sie auf den Weg gebracht.
EU-Länder einigen sich auf neue Regeln gegen Sozialdumping

Kommentare