Betroffene Nutzer werden informiert

Yahoo-Konten wurden ohne Passwort-Klau geknackt

München - Nach den Cyberattacken auf weit mehr als eine Milliarde Nutzerkonten warnt Yahoo, dass die Angreifer in manche Accounts auch ohne Passwort eindringen konnten.

Yahoo informiere derzeit alle möglicherweise betroffenen Nutzer, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Um wie viele Konten es geht, sagte er nicht. Aus informierten Kreisen verlautete, die Liste der potenziell Betroffenen sei "einigermaßen endgültig".

Yahoo zufolge bedienten sich die Hacker gefälschter sogenannter Cookies. Damit werden Informationen über die Internetaktivitäten auf dem Computer des Nutzers gespeichert. Durch die Fälschung der kleinen Datenpakete war es den Angreifern demnach möglich, Yahoo-Nutzerkonten ohne Eingabe eines Passworts aufzurufen. Der Unternehmenssprecher versicherte am Mittwoch, die gefälschten Cookies seien "ungültig" gemacht worden und könnten nicht mehr für Angriffe benutzt werden.

Mehr als eine Milliarde Nutzer waren 2013 betroffen

Yahoo hatte im Dezember mitgeteilt, dass unbekannte Hacker im Jahr 2013 persönliche Daten von mehr als einer Milliarde Nutzer gestohlen hatten. Erst im September war der bis dahin größte Datenklau bei einem einzelnen Unternehmen bekanntgegeben worden: Demnach wurden im Jahr 2014 Daten von rund 500 Millionen Yahoo-Nutzern entwendet.

Die Hacker stahlen unter anderem E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, verschlüsselte Passwörter sowie verschlüsselte oder unverschlüsselte Sicherheitsfragen und deren Antworten. Inzwischen sei die Untersuchung der beiden Angriffe fast abgeschlossen, verlautete am Mittwoch aus informierten Kreisen.

Kaufpreis leidet unter Hacker-Attacke

Der massenhafte Datenklau belastete auch die geplante Übernahme des Yahoo-Kerngeschäfts durch den US-Telekommunikationsriesen Verizon. Im Januar wurde die angestrebte Frist zum Abschluss des Geschäfts vom ersten auf das zweite Quartal 2017 verschoben.

Am Mittwoch berichteten mehrere US-Medien, die beiden Firmen hätten sich auf eine Senkung des Kaufpreises von ursprünglich 4,8 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) um 250 bis 300 Millionen Dollar geeinigt. Weder Yahoo noch Verizon wollten sich auf Nachfrage dazu äußern.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Europa sagt USA und China den Kampf an: Die digitale Welt zurückerobern
Europa will zu den USA und China in der digitalen Welt aufschließen. Wie das funktionieren soll, war in diesem Jahr zentrales Thema der Digitalkonferenz DLD.
Europa sagt USA und China den Kampf an: Die digitale Welt zurückerobern
Die Weltwirtschaft boomt - doch wer hat etwas davon?
Der Weltwirtschaft geht es so gut wie lange nicht mehr. Das sagt unter anderem der IWF. Doch kommt der Wohlstand auch bei den einfachen Menschen an oder nur bei den …
Die Weltwirtschaft boomt - doch wer hat etwas davon?
Euro-Finanzminister billigen weitere Milliarden für Athen
Nach Jahren der Krise nähert sich Griechenland dem Ende des internationalen Hilfsprogramms. Im Sommer soll dies endgültig Geschichte sein - doch es gibt noch …
Euro-Finanzminister billigen weitere Milliarden für Athen
Dax mit weiterem Schritt in Richtung Rekord
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat zum Wochenauftakt einen weiteren Schritt in Richtung Rekordhoch getan. Zum Handelsschluss stand der deutsche Leitindex 0,22 Prozent im …
Dax mit weiterem Schritt in Richtung Rekord

Kommentare