New Yorker Börse kommt nicht zur Ruhe

- New York - Die Wall Street und die New Yorker Börse (NYSE), der weltgrößte Aktienmarkt, stehen unter Dauerbeschuss. Die von Analysten-Skandalen, einem exorbitanten Entlohnungs- und Pensionspaket für den ehemaligen Börsenchef Dick Grasso in Höhe von 187,5 Millionen Dollar und durch Investmentfonds-Skandale erschütterten US-Finanzmärkte, haben einen neuen Schlag erhalten.

<P>Die Bundesstaatsanwaltschaft in New York hat gegen 15 ehemalige "Spezialisten" oder Kursmakler auf dem NYSE-Börsenparkett strafrechtliche Vorwürfe erhoben. Sie sollen ihre Kunden bei Wertpapiergeschäften zu Gunsten ihrer Arbeitgeber benachteiligt haben.<BR><BR>Die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC hat ihrerseits gegen 20 Kursmakler, darunter die 15 im Strafverfahren Beschuldigten, Vorwürfe wegen Wertpapierbetrugs und der Verletzung von Wertpapiergesetzen erhoben. Sie sollen zwischen 1999 und 2003 in tausenden von unzulässigen Transaktionen die Kunden im Umfang von 158 Millionen Dollar geschädigt haben.<BR><BR>Die SEC hatte im vergangenen Jahr bereits mit allen sieben an der NYSE operierenden Spezialistenfirmen im Zusammenhang mit unzulässigen Eigenhandelspraktiken einen Vergleich geschlossen. Die Firmen, die den NYSE-Parketthandel dominieren, haben bisher nach SEC-Angaben 243 Millionen Dollar gezahlt. Das Geld geht in einen Sondertopf, der den geschädigten Investoren zu Gute kommen soll.<BR><BR>Die NYSE musste aber zugeben, dass die von der SEC gemachten Vorwürfe zutreffen. Die SEC hatte der Börse angelastet, dass sie die unzulässigen Transaktionen nicht ausreichend überwacht und untersucht hatte. Sie habe dann auch trotz klarer Beweise des Fehlverhaltens keine Disziplinaraktionen vorgenommen oder es bei minimalen Sanktionen belassen. Dies hat dem Ansehen der 212 Jahre alten Börse enorm geschadet.<BR><BR>Die NYSE musste sich bereit erklären, bis 2011 alle zwei Jahre lang durch einen Prüfer feststellen zu lassen, ob die eigene Aufsicht funktioniert und ob sie Verstöße gegen die Wertpapiergesetze verhindern und aufdecken kann. Für die NYSE kommen die neuen Vorwürfe zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Kritiker des Parketthandels erhalten Munition. Sie hätten lieber einen rein elektronischen Aktienhandel wie er an der konkurrierenden Nasdaq-Börse.</P>

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