Ypsilanti will Stromnetze verstaatlichen

Frankfurt/Main (dpa) - Hessens SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti hat sich für eine Verstaatlichung der Stromnetze ausgesprochen. Die EU-Kommission fordere schon lange eine Trennung von Produzenten und Netzbetrieb, um den Wettbewerb im Strommarkt zu fördern, hieß es in einer Mitteilung in Wiesbaden.

Mit einer zu hundert Prozent in öffentlichem Eigentum befindlichen Stromnetzgesellschaft würde Deutschland dem Vorbild von Schweden, Dänemark und den Niederlanden folgen, erklärte sie.

Ypsilanti verwies auf die Diskussion um die Privatisierung der Deutschen Bahn. Alle Parteien im Bundestag hätten sich dafür ausgesprochen, dass das deutsche Schienennetz zu hundert Prozent in öffentlichem Eigentum bleibe. "Was für das Schienennetz gilt, gilt genauso für das Stromnetz", sagte Ypsilanti. In beiden Fällen handele es sich um Kernelemente der Infrastruktur für die gesamte Volkswirtschaft. Rechtlich könnten die Stromnetze in eine Aktiengesellschaft überführt werden, deren Anteile ausschließlich Bund und Ländern gehörten.

Derzeit gehören die Stromnetze den vier großen Stromkonzernen RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW. E.ON und Vattenfall hatten bereits den Verkauf ihrer Netze angekündigt. Der Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine hatte sich ebenfalls für eine Verstaatlichung der Stromnetze ausgesprochen und will darüber hinaus auch Post und Telekom wieder in Staatsbesitz bringen. Die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hatte eine Zerschlagung der großen Energiekonzerne gefordert, eine Verstaatlichung der Konzerne aber abgelehnt. Ypsilanti will in Hessen derzeit eine Koalition mit den Grünen bilden, die von der Linken toleriert werden soll.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Moderates Dax-Minus nach Chinas Zugehen auf die USA
Frankfurt/Main (dpa) - Eine mögliche Abkühlung der Weltwirtschaft hat den Dax belastet. Auslöser dieser Sorge waren schwache Konjunkturdaten aus China.
Moderates Dax-Minus nach Chinas Zugehen auf die USA
Haribo kämpft mit Produktionsproblemen
Eine Software-Umstellung bremst zurzeit die Produktion beim Goldbären-Hersteller. Und schon bisher hat das Süßwarenunternehmen in Deutschland zu kämpfen.
Haribo kämpft mit Produktionsproblemen
Passagiere sollen künftig leichter an Entschädigung kommen
Berlin (dpa) - Fluggäste und Bahnkunden sollen bei Zug- und Flugverspätungen leichter finanzielle Entschädigungen erhalten - dafür macht sich der Bundesrat stark.
Passagiere sollen künftig leichter an Entschädigung kommen
Air-Berlin-Verwalter will Milliarden-Zahlung von Etihad
Wer ist verantwortlich für die Air-Berlin-Pleite? Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters hat der Großaktionär Etihad zu unvermittelt den finanziellen Stecker gezogen. …
Air-Berlin-Verwalter will Milliarden-Zahlung von Etihad

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion