Yukos mit rechtlichem Manöver

- Houston/Moskau - Der vor der Zerschlagung stehende russische Ölkonzern Yukos versucht, mit Rechtsmitteln in den USA die Versteigerung seines wichtigsten Förderbetriebes Juganskneftegas doch noch zu verhindern. Yukos habe sich nach US-Recht für insolvent erklärt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Moskau mit. Die Staatsführung sprach von einer "rein politischen Aktion" vor der Auktion am kommenden Sonntag.

Das Gericht in Houston (Texas) sei aufgefordert, mit einer Eilverfügung die für den 19. Dezember geplante Zwangsversteigerung der Förderfirma Juganskneftegas und damit die Zerschlagung des Konzerns zu untersagen, hieß es bei Yukos. "Die Schritte, die wir heute unternommen haben, sind der letzte Versuch, die Rechte unserer Aktionäre, Angestellten und Kunden zu wahren", sagte Vorstandsvorsitzender Steven Theede in Houston.

Der Vorsitzende des Föderationsrates, Sergej Mironow, sprach von einer bedeutungslosen Aktion. "Diese Handlungen haben keinen Bezug zur Rechtsprechung oder zur Wirtschaft. Es handelt sich dabei nur um Politik", betonte Mironow in Moskau.

Der russische Staat fordert von Yukos insgesamt 735 Milliarden Rubel (20 Mrd Euro) an Steuernachzahlungen und Strafen. Einen Teil der Summe soll die Versteigerung von Juganskneftegas erbringen. Als aussichtsreichster Bieter gilt der staatlich kontrollierte Gaskonzern Gasprom, der auch im großen Stil in das Ölgeschäft einsteigen will. Drei ausländische Yukos-Aufsichtsratsmitglieder legten wegen des staatlichen Drucks auf die Firma am Mittwoch ihr Mandat nieder.

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