Yukos-Manager fliehen: "Ich will mein Leben nicht opfern"

- Moskau - Ausländische Topmanager des vor der Zerschlagung stehenden russischen Ölkonzerns Yukos haben nach Medienberichten Russland aus Angst vor Festnahmen verlassen. "Ich will mein Leben nicht um politischer Ziele willen opfern", sagte Yukos-Finanzdirektor Bruce Misamore der "Financial Times". Er werde nicht zurückkehren, solange seine Freiheit und Sicherheit gefährdet seien, zitierte das Blatt den Amerikaner.

Auch der amerikanische Yukos-Vorstandschef Steven Theede hielt sich nach Angaben der Zeitung in London auf. Die Behörden hätten Theedes Moskauer Büro durchsucht, erklärte Misamore. Einem Bericht der Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" zufolge hatte die russische Generalstaatsanwaltschaft Misamore und sechs weitere Yukos-Manager für Mittwoch vorgeladen.<BR><BR>Yukos hatte etwa zehn ausländische Topmanager angestellt, die durch ihren Pass besser als Ex-Chef Michail Chodorkowski vor Verhaftung geschützt sein sollten. "Die Behörden würden kaum das Risiko eingehen, einen internationalen Skandal auszulösen", sagte ein Manager der "Wedomosti". Die russische Justiz verhaftete in der vergangenen Woche einen russischen Manager und erließ Haftbefehle gegen drei weitere. Das Unternehmen sei durch die Verfolgung der Führung weitgehend lahmgelegt, hieß es bei Yukos.<BR><BR>Am Donnerstagnachmittag brachen Yukos-Papiere an der Moskauer RTS-Börse um knapp 30 Prozent auf 0,95 Dollar und somit auf den Stand von Ende Juli 2000 ein. Das Kernstück von Yukos, Juganskneftegas, soll am 19. Dezember zur Tilgung der Steuerschulden des Mutterkonzerns zwangsversteigert werden. Der deutsche Energiekonzern Eon hat Interesse an den Gasaktivitäten des Ölkonzerns bekundet. "Falls sie auf den Markt kämen, könnten wir sie uns anschauen", sagte Eon-Chef Wulf Bernotat der "Financial Times Deutschland". Allerdings gehe man an das Thema mit großer Vorsicht heran: "Alles, was mit Yukos zusammenhängt, ist erheblichen rechtlichen Risiken unterworfen. Wir müssten daher sehr genau prüfen, ob wir uns damit beschäftigen wollen", wurde Bernotat zitiert. Am Ölgeschäft von Yukos sei Eon jedoch nicht interessiert, schrieb das Blatt.

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