+
Deutschlands Postler sollen zweieinhalb Stunden pro Woche kürzer arbeiten, fordert die Gewerkschaft. Foto: Martin Gerten/Archiv

Zähe Tarifverhandlungen bei der Post

Deutschlands Postler sollen zweieinhalb Stunden pro Woche kürzer arbeiten, fordert die Gewerkschaft. Die Arbeitgeber lehnen das klar ab. Die Tarifverhandlungen treten auf der Stelle.

Bonn/Siegburg (dpa) - Die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Post um kürzere Arbeitszeiten haben bis Montagnachmittag kaum Fortschritte gebracht. "Das ist ein vorsichtiges Herantasten", sagte ein Verhandlungsteilnehmer. Von konkreten Ergebnissen sei die Tarifrunde noch weit entfernt.

"Wir sind auf der Ebene des Auslotens", hieß es von anderer Seite. Beobachter rechneten bis zum Montagabend nicht mit einem Ergebnis.

Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit für 140 000 Beschäftigte von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich. Die Löhne und Gehälter bei der Post stehen bisher nicht auf der Tagesordnung - in diesem Punkt läuft der Tarifvertrag erst Ende Mai dieses Jahres aus.

Kommt es bei den für zwei Tage angesetzten Verhandlungen in Siegburg bei Bonn zu keiner Annäherung, droht eine Verschärfung des Tarifkonflikts bis hin zu flächendeckenden und unbefristeten Streiks. Verdi hatte bereits im Vorfeld der Gespräche zu Warnstreiks aufgerufen. Vorher ist allerdings eine weitere Gesprächsrunde möglich. Vorsorglich sei bereits ein möglicher Termin Anfang Mai diskutiert worden, hieß es.

Hintergrund des Tarifstreits ist der Aufbau eines flächendeckenden Netzes in der Paketzustellung. Dazu wurden 49 Gesellschaften gegründet, die unter dem Dach der Posttochter DHL Delivery gebündelt sind. Dort werden die Beschäftigten schlechter bezahlt als in der Muttergesellschaft. Die Post spricht von der Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze, die Gewerkschaft dagegen von einer Flucht aus dem Haustarifvertrag. Als Ausgleich verlangt Verdi kürzere Arbeitszeiten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen
Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung der Bundesbank im zweiten Quartal wieder etwas an Tempo gewonnen.
Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Neuer Paukenschlag in der Abgasaffäre: Audi-Chef Rupert Stadler wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Vergangene Woche war bereits sein Haus durchsucht …
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Bahn im Mai wieder unpünktlicher
Berlin (dpa) - Fahrgäste in ICE und Intercitys der Deutschen Bahn brauchten im Mai wieder mehr Geduld. Nur 75,8 Prozent der Fernzüge erreichten ihr Ziel pünktlich - das …
Bahn im Mai wieder unpünktlicher
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Im Abgasskandal bekommt Audi-Chef Stadler die harte Hand der Justiz zu spüren. Wegen Verdunkelungsgefahr nahmen Ermittler ihn in U-Haft. Ein vorläufiger Nachfolger steht …
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.