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Netflix hat weltweit über 81 Millionen Mitglieder.

Videodienst wächst nur langsam

Zaghafte Netflix-Prognose enttäuscht Wall Street

 Los Gatos - Für Netflix bringt eine globale Reichweite zunächst keinen dauerhaft höheren Nutzer-Zustrom. Erst müsse der Videodienst in mehr Regionen in Landessprache verfügbar sein, sagt Gründer und Chef Reed Hastings.

Die schlagartige globale Expansion hat dem Online-Videodienst Netflix nur für kurze Zeit ein beschleunigtes Wachstum der Nutzerzahlen beschert. Obwohl Netflix Anfang Januar in 130 neuen Ländern startete, wird für das laufende Quartal außerhalb der USA nur ein Zuwachs von zwei Millionen Nutzern erwartet. Im Heimatmarkt sollen es noch ein Plus von 500.000 geben. Die Börsianer zeigten sich enttäuscht: Die Aktie verlor am Montag nachbörslich rund sieben Prozent, zunächst war der Rückgang sogar doppelt so hoch.

Netflix ist seit Januar fast überall auf der Welt verfügbar, bis auf China und einige wenige Länder wie Nordkorea. Im ersten Quartal stieg die Zahl der Nutzer in den USA um 2,23 Millionen und im Rest der Welt kamen gut 4,5 Millionen hinzu.

Damit sei auf einen Schlag viel aufgestaute Nachfrage abgebaut worden, sagte Finanzchef David Wells zur Erklärung für das aktuelle Absinken der Neuzugänge. Netflix hatte zuvor auch mit der Präsenz in nur rund 60 Ländern jeweils deutlich mehr als zwei Millionen Nutzer pro Quartal dazugewonnen. Jetzt sollen es mit 190 Ländern nur zwei Millionen sein.

Harte Konkurrenz für Netflix

Netflix hat nun 81,5 Millionen Mitglieder weltweit, davon kommen knapp 47 Millionen aus dem langjährigen Kernmarkt USA. Gründer und Chef Reed Hastings sagte, das Wachstum werde anziehen, wenn es in mehr Regionen lokalisierte Versionen in Landessprachen geben werde. „Es gibt so viele Konkurrenten und sie arbeiten alle hart“, räumte Hastings ein.

Der Umsatz wuchs im ersten Quartal im Jahresvergleich um rund 30 Prozent auf 1,81 Milliarden Dollar und der Gewinn von 24 auf 28 Millionen Dollar, wie Netflix nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte. Der internationale Ausbau brachte außerhalb der USA einen operativen Verlust von 104 Millionen Dollar ein, während es im Heimatmarkt auf dieses Basis einen Gewinn von 413 Millionen Dollar gab.

Netflix ist im Geschäft mit Videostreaming aktiv, bei dem Kunden für eine monatliche Abo-Gebühr Filme und Videos direkt aus dem Netz ansehen können. Genauso wie der schärfste international aktive Rivale Amazon investiert Netflix massiv in eigene Inhalte, um sich von Konkurrenten abzuheben. Es seien die großen ambitionierten Produktionen, die am stärksten Kunden anlockten, sagte Hastings. So sei für Sommer 2017 ein teurer Film mit Will Smith geplant.

Programmchef Ted Sarandos bekräftigte, Netflix habe „aktuell“ kein Interesse an Übertragungsrechten für große Sport-Events und wolle stattdessen weiter in eigene Serien und Filme investieren. Sport-Übertragungen gelten als sicherer Zuschauermagnet - sind aber auch entsprechend teuer. Hastings sieht zwar generell einen Trend zum Fernsehen aus dem Netz - bekräftigte aber immer wieder, dass Netflix kein Geld in Sport-Rechte stecken wolle.

Dagegen deutete der Netflix-Chef an, dass doch wieder über die Möglichkeit nachgedacht werden könnte, Videos für später auf ein Gerät herunterzuladen. Im Moment kann man bei Netflix nur direkt aus dem Netz streamen. In einem Flugzeug kann man somit meist nicht auf den Dienst zugreifen. Amazon lässt einige Inhalte auch herunterladen.

dpa

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