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Die Zahl der Arbeitslosen ist in Bayern leicht gestiegen.

Arbeitsmarkt

Zahl der Arbeitslosen in Bayern leicht gestiegen

Nürnberg - Sommerflaute auf dem bayerischen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Juli im Vergleich zum Vormonat um 3882 auf 252.994, wie die Arbeitsagentur mitteilte.

Dieser Anstieg ist saisonal üblich und vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Schul- und Ausbildungsabsolventen sich arbeitslos melden, wie Behördenchef Ralf Holtzwart erklärte.

Doch auch im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. „Dies ist auch konjunkturell bedingt“, sagte Holtzwart. Es fehle der Wirtschaft an Dynamik, um den Arbeitsmarkt weiter beleben zu können. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 3,6 Prozent. Damit liegt Bayern an der Spitze der deutschen Länder; bundesweit beträgt die Quote 6,6 Prozent.

Außerdem stieg die Beschäftigungsquote in Bayern weiter. Ungewöhnlich früh, nämlich schon im Mai waren mehr als fünf Menschen Millionen sozialversicherungspflichtig in Lohn und Brot. Aber die Nachfrage nach Arbeitskräften sank im Juli - es wurden 1,4 Prozent weniger neue Stellen gemeldet als im Juni und 6,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) erklärte: „Der Arbeitsmarkt stagniert.“ Eine nachhaltige Wachstumsdynamik sei auch im zweiten Halbjahr nicht zu erwarten. Viele Exportunternehmen könnten wegen der Russland-Krise zögern, neue Leute einzustellen. Vbw-Geschäftsführer Bertram Brossardt warnte die Politik davor, die Flexibilität der Unternehmen bei Neueinstellungen weiter einzuschränken - etwa bei der Zeitarbeit.

Mehr Jugendliche betroffen

Im Juli meldeten sich knapp 5700 Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren arbeitslos - das waren 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Kopfzerbrechen bereitet der Arbeitsagentur und den Gewerkschaften aber besonders die Langzeitarbeitslosigkeit. 68 611 Menschen hatten im Juli in Bayern schon seit mindestens zwölf Monaten keinen Job - 555 mehr als im Juni und fast 3000 mehr als vor einem Jahr. „Das bedeutet, dass bereits mehr als jeder vierte Arbeitslose langzeitarbeitslos ist. Dagegen müssen wir dringend etwas tun“, sagte Renata Häublein, Leiterin der Grundsicherung der Regionaldirektion.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nehme seit zwei Jahren kontinuierlich zu, kritisierte der Deutsche Gewerkschaftsbund. Der bayerische DGB-Chef Matthias Jena sagte: „Die Schwächsten auf dem Arbeitsmarkt werden weiter abgehängt. Statt zusätzliche Maßnahmen zur Qualifizierung und damit auch zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit zu ergreifen, legt die Staatsregierung die Hände in den Schoß.“ Nötig seien betriebsnahe Qualifizierungen, konkrete Beschäftigungsangebote und Unterstützung von Familien. Junge Langzeitarbeitslose müssten eine Ausbildung nachholen können. Bei öffentlich geförderter Beschäftigung seien das Saarland, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg mit Landesprogrammen weiter als Bayern.

dpa

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