+

Etwas weniger Arbeitslose

42 Millionen: So viele Beschäftigte wie nie

Wiesbaden/ Nürnberg - So viele Erwerbstätige wie im September gab‘s noch nie in Deutschland: 42 Millionen. Die Zahl der Arbeitslosen ist leicht gesunken. Der Herbstaufschwung bleibt aber flau.

In Deutschland sind im September so viele Menschen wie noch nie erwerbstätig gewesen. Nach vorläufigen Berechnungen überschritt die Zahl der Erwerbstätigen erstmals seit der Wiedervereinigung mit 42,1 Millionen die Marke von 42 Millionen. Das waren 250.000 oder 0,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Seit März 2013 liege die Zuwachsrate gegenüber dem Vorjahr konstant bei 0,6 Prozent.

Die amtierende Bundesregierung rechnet damit, dass dank des Konjunkturaufschwungs im nächsten Jahr durchschnittlich rund 42 Millionen Menschen erwerbstätig sein werden. Wie führende Ökonomen geht der Bund für 2014 von einem kräftigen Wachstum in Europas größter Volkswirtschaft aus.

Die Wiesbadener Statistiker verwenden bei der Berechnung der Erwerbstätigkeit Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Beispielsweise werden auch Schüler und Studenten mit einem Nebenjob berücksichtigt. Die Zahlen sind nicht mit den von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Daten vergleichbar.

Arbeitslosenzahl sinkt im Oktober nur leicht

Die hat in diesem Jahr nämlich nur eine mäßige Herbstbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt festgestellt. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Oktober um 48.000 auf 2,801 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. „Im Zuge der Herbstbelebung ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Oktober weiter gesunken. Allerdings fiel der Rückgang moderat aus“, sagte Behördenchef Frank-Jürgen Weise. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum September um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent. Im Jahr zuvor hatte sie ebenfalls bei 6,5 Prozent gelegen.

Der Arbeitsmarkt befinde sich insgesamt in einer guten Grundverfassung, erläuterte die BA. Der private Konsum sei derzeit eine starke Stütze der Konjunktur. Gründe hierfür seien das hohe Beschäftigungsniveau, die Steigerung der Reallöhne und die niedrigen Zinsen.

Weise sagte weiter, er sehe derzeit keine Dynamik am Arbeitsmarkt. Beschäftigte hätten damit einerseits ein geringes Risiko, ihren Job zu verlieren, doch „gleichzeitig sind die Vermittlungschancen für Arbeitslose geringer geworden“. Ein stabiler Arbeitsmarkt sei zwar gut. „Aber ein dynamischer Arbeitsmarkt muss unser Ziel sein“, fügte Weise hinzu.

Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Oktober um 2000 auf 2,973 Millionen. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl blieb im Westen unverändert, im Osten stieg sie dagegen um 2000.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Die EU-Kommission will die Risiken des Zusammenschlusses für den Wettbewerb in der Agrarchemie genauer unter die Lupe nehmen. Bayer reagiert darauf gelassen. Der Konzern …
Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Alles dauert viel länger als zunächst gedacht. Erst am 7. Oktober sollen wieder Züge auf der europäischen Hauptachse Rheintalbahn fahren. Bis dahin muss das Notkonzept …
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Eröffnung der Computerspielemesse Gamescom der Branche eine stärkere staatliche Förderung in Aussicht gestellt.
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen
Die Experten von Finanztest nahmen 231 Gehalts- und Girokonten von 104 Banken unter die Lupe. Einige Geldinstitute zocken bei den Gebühren so richtig ab. Dann ist die …
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen

Kommentare