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Die Zahl der Azubis in der deutschen Wirtschaft ist im vergangenen Jahr auf das Rekordtief von 1,32 Millionen gesunken. Foto: Sebastian Kahnert

Regional große Unterschiede

Mittelstand hält Zahl der Azubis stabil

Deutschlands Mittelständler stemmen sich bislang erfolgreich gegen den Abwärtstrend bei den Ausbildungszahlen. Doch es dürfte von Jahr zu Jahr schwieriger werden, Lehrstellen zu besetzen.

Frankfurt/Main (dpa) - Mittelständische Unternehmen schultern einer Studie zufolge den Großteil der Berufsausbildung in Deutschland. Nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW bilden kleinere und mittlere Firmen seit 2012 jährlich konstant etwa 1,2 Millionen junge Menschen aus.

Die Zahl der Azubis in der deutschen Wirtschaft insgesamt sei im vergangenen Jahr dagegen auf das Rekordtief von 1,32 Millionen gesunken, teilte die KfW mit.

In den 3,76 Millionen mittelständischen Unternehmen bundesweit arbeiten der KfW zufolge etwa 90 Prozent aller Lehrlinge. Es dürfte allerdings von Jahr zu Jahr schwieriger werden, die Azubi-Zahlen konstant zu halten.

"Rückläufige Schülerzahlen und die gleichzeitig zunehmende Studierneigung der jungen Generation sorgen bereits heute dafür, dass vielerorts Ausbildungsplätze leer bleiben", erläuterte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Probleme hätten vor allem Unternehmen im ländlichen Raum. Die KfW zählt Firmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro jährlich zum Mittelstand.

Nach einer jüngst veröffentlichten Befragung des Deutsche Industrie- und Handelskammertages (DIHK) kann bundesweit fast jeder dritte Betrieb in Deutschland aus Mangel an geeigneten Bewerbern Lehrstellen nicht besetzen. "Fast jeder zehnte Ausbildungsbetrieb hat noch nicht einmal eine Bewerbung erhalten", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer bei der Präsentation der Umfrage "Ausbildung 2017".

Spitzenreiter bei der Ausbildung sind der KfW zufolge im Schnitt der Jahre 2012 bis 2016 Mittelständler in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Dort bildeten insgesamt 18 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen aus, gefolgt von Niedersachsen (einschließlich Bremen) mit 17 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 16 Prozent.

Schlusslichter sind die ostdeutschen Flächenländer Sachsen, Thüringen (jeweils 10 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (11 Prozent) sowie die Stadtstaaten Berlin (10 Prozent) und Hamburg (11 Prozent).

Ein Grund für die Unterschiede ist der KfW zufolge die Struktur des Mittelstands in den einzelnen Ländern. Die traditionell ausbildungsstarken Branchen Verarbeitendes Gewerbe, Bau und Handwerk seien in Großstädten seltener vertreten. Das erkläre die hintere Platzierung der Stadtstaaten.

In Ostdeutschland wiederum gebe es mehr Kleinbetriebe. Je kleiner ein Betrieb ist, desto geringer ist den Angaben zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass er Lehrlinge hat. Nur fünf Prozent der Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten bildeten aus, bei Mittelständern mit mehr als 50 Mitarbeitern seien es hingegen drei Viertel. In Ostdeutschland mangelt es durch den Bevölkerungsrückgang der KfW zufolge zudem vielerorts auch an der Nachfrage nach Lehrstellen.

Auch aus Sicht des DIHK ist die Lage in Ostdeutschland wegen des massiven Wegzugs junger Menschen besonders schwierig. "Hier konnten im vergangenen Jahr 41 Prozent der Betriebe ihre angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzen, während in Westdeutschland jeder vierte Betrieb betroffen war", hieß es im DIHK-Report.

Bei den Branchen hat dem DIHK zufolge das Gastgewerbe die größten Probleme. Im vergangenen Jahr konnten 58 Prozent der Betriebe Lehrstellen nicht besetzen. Stark zugenommen hat der Azubi-Mangel im Baugewerbe mit 42 Prozent (2015: 30 Prozent).

KfW-Studie

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