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Die Zahl der BAföG-Empfänger ist im Jahr 2012 gestiegen.

Zahl der BAföG-Empfänger gestiegen

Wiesbaden/Berlin - Die Zahl der Empfänger von Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist gestiegen.

Im vergangenen Jahr waren es 979.000 und damit knapp 17.000, beziehungsweise 1,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Gefördert wurden knapp 308.000 Schüler und 671.000 Studierende. Im Vergleich zum Jahr 2011 ging die Zahl der geförderten Schüler um 3,4 Prozent zurück, die der geförderten Studierenden stieg um 4,3 Prozent.

Die BAföG-Ausgaben des Bundes und der Länder beliefen sich laut Statistikamt im Jahr 2012 auf 3,278 Milliarden Euro. Das waren etwa 98 Millionen Euro oder 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die Förderung von Schülern wurden 913 Millionen Euro bereitgestellt, drei Millionen Euro mehr als im Jahr 2011. Die Fördergelder für Studierende beliefen sich auf 2,365 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 95 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Geförderte Schüler erhielten im Durchschnitt monatlich 401 Euro, geförderte Studierende 448 Euro. Nach Angaben des Statistikamtes erhielten 47 Prozent der BAföG-Empfänger eine Vollförderung und damit den maximalen Förderbetrag.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) versicherte, dass die Förderung auch in den kommenden Jahre Bestand habe.„Die Bundesregierung steht weiter zu der verlässlichen Sicherung der individuellen Ausbildungsfinanzierung mit BAföG, Stipendien und ergänzenden Kreditangeboten.“ Sie führe zugleich mit den Ländern Gespräche über die strukturelle Weiterentwicklung des BAföG. Es solle sich stärker an der unterschiedlichen Lebenswirklichkeit der Studierenden orientieren, so Wanka. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Patrick Meinhardt wertete die Zahlen als „starkes Zeichen für mehr Bildungsgerechtigkeit“.

Kritik an der Förderpolitik kam seitens der Opposition. Der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Swen Schulz warf der Bundesregierung vor, die Förderung zu bremsen. Der Haushalt sei gekürzt worden und durch das Einfrieren der Einkommensgrenzen sei auch die Zahl der BAföG-Empfänger gedrückt worden, so Schulz. Bislang liege kein Vorschlag für eine Anpassung vor. Die Bildungsexpertin der Linkspartei, Nicole Gohlke, verlangte eine sofortige BAföG-Erhöhung um mindestens zehn Prozent. Zudem solle es eine Ausweitung des Berechtigtenkreises und die Rückkehr zum Vollzuschuss geben, so Gohlke.

Auch das Deutsche Studentenwerk (DSW) forderte eine BAföG-Reform nach der Bundestagswahl, um die Bedarfssätze und Freibeträge zu erhöhen. DSW-Präsident Dieter Timmermann wies darauf hin, dass die Zahl der BAföG-Empfänger zwar weiter gestiegen sei, allerdings nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Anstieg der Studentenzahlen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bemängelte ebenfalls, dass die Ausweitung angesichts des rasanten Anstiegs der Studierenden viel zu gering sei. Fördersätze und Freibeträge müssten angehoben werden.

kna

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