+
Oft zehren hohe Nebenkosten zum Beispiel für die Grunderwerbssteuer das Eigenkapital auf. Foto: Jochen Eckel

Zahl der Zwangsversteigerungen sinkt weiter

Ratingen (dpa) - Der bundesweite Immobilienboom lässt die Zahl von Zwangsversteigerungen bei deutschen Amtsgerichten weiter sinken.

2014 seien knapp 44 000 Gerichtstermine angesetzt worden, 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte der Fachverlag Argetra aus Ratingen bei Düsseldorf mit.

Angesichts der großen Nachfrage könnten Eigentümer durch einen freien Verkauf im Vorfeld von Gerichtsterminen die Zwangsversteigerung vielfach noch abwenden, hieß es. Der Ratinger Verlag wertet als Dienstleister für die Immobilienbranche und private Interessenten die Versteigerungstermine von fast 500 deutschen Amtsgerichten aus.

Nach seinen Angaben kamen 2014 Immobilien für gut sieben Milliarden Euro (minus 5 Prozent) unter den Hammer. Aufgrund der gestiegenen Immobilienpreise hätten die Durchschnittswerte pro Immobilie allerdings deutlich um fast vier Prozent auf gut 161 000 Euro zugelegt.

Für 2015 erwarten die Fachleute keinen weiteren spürbaren Rückgang der Zwangsversteigerungszahlen. Vor allem bei Ein- und Zweifamilienhäusern sei die Finanzierung keineswegs ohne Risiko.

Hohe Nebenkosten zum Beispiel für die Grunderwerbssteuer zehrten oft das Eigenkapital auf, und die Banken müssten stärker in die Finanzierung einsteigen. Bereits 2014 stieg der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser an der Gesamtzahl der Zwangsversteigerungen von gut 37 auf gut 39 Prozent.

In fast allen Bundesländern kamen weniger Immobilien unter den Hammer. Dennoch unterscheiden sich die Zahlen regional stark: So gab es in Sachsen-Anhalt - bezogen auf je 100 000 Haushalte - fast drei Mal so viele Zwangsversteigerungen wie in Baden-Württemberg.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax rettet moderates Plus ins Ziel
Frankfurt/Main (dpa) - Mit Gewinnen ist der deutsche Aktienmarkt in die neue Börsenwoche gegangen. Erst im späten Handel kämpfte sich der Dax ins Plus und schloss 0,25 …
Dax rettet moderates Plus ins Ziel
Künstliche Intelligenz - Job-Killer oder Job-Motor?
Künstliche Intelligenz - Fluch oder Segen? Auf der Hannover Messe gehört KI zu den wichtigsten Trendthemen. Branchenbeobachter sehen ein "gigantisches Potenzial" für die …
Künstliche Intelligenz - Job-Killer oder Job-Motor?
Opel beteuert Investitionsbereitschaft für deutsche Werke
Am Standort Eisenach zeigt sich zuerst, wie die Sanierung des Autoherstellers Opel ablaufen wird. Im Poker zwischen dem französischen PSA-Konzern und IG Metall will …
Opel beteuert Investitionsbereitschaft für deutsche Werke
Deutsche Industrie sieht sich im Konjunktur-Aufwind
Brexit, Fachkräftemangel, zunehmender Protektionismus: An Risiken mangelt es der deutschen Industrie nicht. Dennoch schaut sie optimistisch in die Zukunft. Die …
Deutsche Industrie sieht sich im Konjunktur-Aufwind

Kommentare