+
Deutlich mehr Privatinsolvenzen als im Vorjahrszeitraum wurden 2010 bisher registiert.

Zahl der Privatinsolvenzen legt bundesweit zu

Hamburg - Die Zahl der Privatinsolvenzen ist im ersten Halbjahr weiter gestiegen. Wie es aussieht, könnte die Zahl aus dem Rekordjahr 2007 übertroffen werden.

Wie die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Montag mitteilte, sind von Januar bis Juni 69.417 Fälle von Zahlungsunfähigkeit registriert worden. Gegenüber dem Vorjahr sei dies ein Plus von 12,8 Prozent.

“Die aktuelle Entwicklung droht das bisherige Rekordjahr 2007 mit 137.000 Fällen zu übertreffen“, sagte Bürgel-Geschäftsführer Norbert Sellin. In der Folge bekräftigte die Auskunftei ihre Jahresprognose von 140.000 Fällen. Wie es weiter hieß, sind die meisten Privatinsolvenzen in Nordrhein-Westfalen verzeichnet worden.

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl schnitten hingegen vor allem die nördlichen Bundesländer schlecht ab - allen voran Bremen mit 167 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner. Der Bundesdurchschnitt lag bei 85. Die vergleichsweise wenigsten Fälle gab es in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen. Letztlich wurden aber in allen Bundesländern mehr Zahlungsunfähigkeiten von Privatpersonen registriert. Die stärksten Anstiege gab es in Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Berlin.

In knapp sechs von zehn Privatinsolvenzen waren den Angaben zufolge Männer betroffen. Allein in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen war der Frauenanteil mit rund 53 Prozent höher. Den höchsten Anstieg der Privatinsolvenzen verzeichneten die Experten bei den 18- bis 25-Jährigen mit einem Plus von fast 50 Prozent.

Gründe für Zahlungsunfähigkeiten sind den Angaben zufolge in erster Linie Arbeitslosigkeit, familiäre Gründe sowie ein mit Blick auf das Einkommen “unpassendes Konsumverhalten“. Ferner könnten Krankheiten, Unfälle, Sucht, aber auch gescheiterte private und berufliche Projekte in die Schuldenfalle führen.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem lange richtungslosen Verlauf im späten Handel deutlich angezogen. Als Kursstützen sah Analyst Michael Hewson …
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen
Nach Angaben aus Paris wird es keine Ausnahmen für deutsche und andere europäische Unternehmen von den US-Sanktionen gegen den Iran geben
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen
Alstom-Eigentümer stimmen für Zug-Allianz mit Siemens
Die deutsch-französische Zug-Ehe nimmt die nächste Hürde: Die Aktionäre des TGV-Herstellers Alstom stimmen der Fusion mit der Siemens-Zugsparte zu. Ein wichtiges Ja …
Alstom-Eigentümer stimmen für Zug-Allianz mit Siemens

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.