Zahl der Verbraucherpleiten kräftig angestiegen

- Wiesbaden - Das kräftige Wirtschaftswachstum in Deutschland lässt die Zahl der Firmenzusammenbrüche weiter sinken, während gleichzeitig die Verbraucherinsolvenzen weiter stark zunehmen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Danach gab es im Februar gut 8200 Fälle, in denen Privatpersonen wegen Überschuldung ein Insolvenzverfahren begannen. Das waren 22,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Grund für den seit Monaten andauernden Anstieg ist vor allem ein vereinfachtes Verfahren mit der Möglichkeit der Restschuldbefreiung und der Stundung der Verfahrenskosten. 2006 beantragten 92 844 Personen eine Verbraucherinsolvenz, das waren knapp 35 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Januar und Februar gab es bereits 17 168 Insolvenzen von Verbrauchern, 24,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Sollte sich der Trend fortsetzen, werde 2007 voraussichtlich die Zahl von 100 000 Fällen übersprungen, sagte ein Statistiker.

Dagegen sind die Unternehmensinsolvenzen dank der guten Konjunktur weiter stark rückläufig. Im Februar sank die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahr um 15,1 Prozent auf 2340. Für die ersten beiden Monate dieses Jahres ergibt sich ein Minus von elf Prozent auf 4756. Im vergangenen Jahr waren 30 462 Unternehmensinsolvenzen gemeldet worden, 17,3 Prozent weniger als 2005. Dies war der niedrigste Stand seit dem Jahr 2000.

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