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GM zahlt, um Fiat nicht zu kaufen

- Rom - Opel-Mitarbeiter in Bochum und Rüsselsheim können sich da nur die Augen reiben: Ihre "Mutter" General Motors (GM) spart in Deutschland jeden Euro und zieht ein knallhartes Sanierungsprogramm durch. Gleichzeitig zahlt GM 1,55 Milliarden Euro an Fiat - für nichts weiter als das Ende eines Abenteuers.

<P>"So viel Geld, um nichts dafür zu kaufen", schreibt die Zeitung "La Repubblica" (Rom) süffisant. Die kurze Liebe zwischen Detroit und Turin sei wohl eine der unglücklichsten Manager-Entscheidungen bei GM gewesen, schreibt das Blatt mitfühlend. <BR><BR>Doch auch für Fiat sieht die Lage nicht gerade rosig aus - trotz des Geldregens. Folgt man Spekulationen in den Medien, liegt die Rettung für Fiat bei den Chinesen.<BR><BR>GM-Konzernchef Rick Wagoner nannte die Vereinbarung zum Ende der Partnerschaft "ein faires und gerechtes Abkommen". GM musste alles tun, um sich von der vor fünf Jahren beschlossenen "Put-Option" freizukaufen. Fiat hätte die Amerikaner zur Übernahme des gesamten maroden Turiner Autohauses zwingen können. Rund 14 Milliarden Euro Schulden hat Fiat derzeit angehäuft, die Verkaufszahlen sinken, die Modelle sind veraltet - ein solcher Klotz am Bein wäre für den weltgrößten Autokonzern zu viel gewesen. Zumal GM mit seinen hausgemachten Problemen zu kämpfen hat, darunter die Opel- und Saab-Sanierung.<BR><BR>So recht freuen kann sich aber auch Fiat nicht. Zwar helfen 1,55 Milliarden Euro erst mal über die größten Misslichkeiten hinweg. Brav versucht denn auch Fiat-Präsident Luca Cordero di Montezemolo Optimismus zu verbreiten: "Jetzt ist Fiat wieder ganz italienisch."<BR><BR>Doch in Wahrheit sind sich Experten einig: Die echten Probleme für Fiat fangen erst an. Bislang besaßen die Turiner die "Put Option" als Ruhekissen, als Rückfallmöglichkeit für alle Fälle. Damit ist es vorbei, wie illusionslose Kommentatoren vermerken. Jetzt muss Fiat erst einmal allein zurechtkommen. Der warme Regen aus Amerika könne lediglich als Starthilfe betrachtet werden. "Kein Endpunkt, sondern ein Ausgangspunkt", wie die Turiner Hauszeitung "La Stampa" schreibt.<BR><BR>Kernfrage, die sich Industriexperten und Medien in Italien stellen: Wie findet Fiat einen neuen Partner? Der Konkurrenzkampf auf dem weltweiten Automarkt sei härter geworden denn je, die Überkapazitäten Problem Nummer eins, ein ruinöser Rabattmarkt die Folge. Schonungslos beschreibt "La Repubblica" die Lage: "Heute braucht niemand mehr die Produktionskapazität von Fiat."<BR><BR>"Die Doppelstrategie muss heißen: Mehr Modelle, weniger Kosten", meinen Branchenkenner. Aber kaum jemand geht davon aus, dass das ausreichen wird. Immer wieder gehen die Spekulationen in Richtung einer neuen Partnerschaft in Asien, genannt werden Toyota oder die chinesische Shanghai Automotive. <BR>Noch lieber wäre vielen wohl eine engere Verbindung mit Peugeot. Montezemolo spricht dagegen eher von "gezielten Partnerschaften". Es herrschen Zweifel, ob es in Zukunft eine allumfassende Allianz zur Rettung geben kann - schließlich hat der weltgrößte Autokonzern gerade sehr viel bezahlt, um sich vom "Abenteuer Fiat" zu befreien. <BR><BR>Die Trennung von General Motors hat dem italienischen Traditionsunternehmen einen satten Kursanstieg beschert. Eine Fiat-Aktie verteuerte sich in Mailand um 7,6 Prozent auf 6,38 Euro. Die Börsenreaktion wurde als erstes Anzeichen gedeutet, dass Investoren wieder Vertrauen in die Zukunft von Fiat setzen.<BR><BR></P>

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