Zahnpasta: Großmäulige Weißmacher

München - Ein strahlendes Lächeln versprechen alle Zahnpasta-Sorten. Doch einige werben auch damit, dass sie die Zähne weiß machen. Das Resultat ist oft enttäuschend. Die Stiftung Warentest hat die Weißmacher unter die Lupe genommen.

In der Werbung kennen die Superlative keine Grenzen: Wie ein Hollywood-Star wird man nach der Benutzung dieser Zahnpasta lächeln, so weiß werden die Zähne strahlen. Doch das schaffen die Weißmacher aus dem Supermarkt- oder Drogerieregal freilich nicht. Wer von Natur aus dunklere Zähne hat, wird sie auch mit den Cremes nie weiß bekommen. 21 Zahnpasta-Sorten, die versprechen, die Zähne weißer zu machen, hat die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Test-Heft überprüft.

Die Ergebnisse fallen durchaus positiv aus. Alle getesteten Produkte haben eine gute oder sogar sehr gute Reinigungswirkung. Die Cremes können Verfärbungen entfernen, die beispielsweise durch Tee, Rotwein oder Zigarettenrauch entstehen. Dabei kann man sich mit den Zahnpasten der ursprünglichen Zahnfarbe wieder annähern. Das heißt, wer von Natur aus dunklere Zähne hat, kann das auch mit den Cremes nicht ändern. Generell können nur äußere Einflüsse behoben werden, dass Zähne durch das Alter oder Verletzungen dunkler werden, kann keine Zahnpasta aufhalten. Wer auf das Hollywood-Lächeln spekuliert, muss zum Zahnarzt, der mit starken Bleichmitteln arbeiten kann.

Doch es gibt Unterschiede zwischen den getesteten Produkten. Der auffälligste ist der Preis. Zwischen 44 Cent und sagenhaften 23,60 Euro für 100 Milliliter Zahnpasta variieren die Cremes. Und teuer heißt in diesem Fall leider auch nicht gut. Denn die teuerste Zahnpasta „Rembrandt Plus Premium Whitening Zahncreme Mintgeschmack“ erreicht ausgerechnet in der Kategorie Kariesvorsorge nur die Note „befriedigend“. Bis auf eine weitere Sorte („Perlweiss Professional Dental Repair & White Remineral-Zahnweiß“) bekommen in dieser Kategorie sonst alle getesteten Produkte die Noten „gut“ oder „sehr gut“.

Abgesehen davon kommen die Tester zu dem Ergebnis, dass die Weißmacher für gesunde Zähne nicht schädlich sind. Zwar werden die Zähne nur deshalb heller, weil den Zahnpasten Abriebstoffe, sogenannte Abrasivstoffe, beigemengt sind. Die schleifen aber nur Beläge und Verfärbungen ab, gesundem Zahnschmelz können sie nichts anhaben. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn aufgrund des Alters oder einer Schädigung das Zahnfleisch zurückgegangen ist und die empfindlicheren Zahnhälse freiliegen. Sie können durch die Abriebstoffe angegriffen werden.

Die Tester haben die Zahnpasta-Sorten deshalb je nach Stärke des Abriebs in drei Kategorien unterteilt: hoch, mittel und niedrig. Wer gesunde Zähne hat und einen hohen Abrieb verträgt, dem empfiehlt Stiftung Warentest die mit 44 Cent pro 100 Milliliter günstigste Zahnpasta von Lidl „Dentalux Seidenweiss Plus Complex 3“. Genauso gut, aber sanfter durch nur mittleren Abrieb sind „blend-a-med Pro Expert“ (2,31 Euro), „blend-a-med 3 D white“ (2,45 Euro), „Sensodyne Proschmelz Sanftes Zahnweiss“ (5,33 Euro) und „Theramed Perfect“ (5,78 Euro). Bei freiliegenden Zahnhälsen kommt laut den Testern am ehesten die „Vitadent“ für 2,65 Euro in Frage. Alle genannten Sorten beugen sehr gut gegen Karies vor.

In einer Kategorie bekamen aber gleich fünf getestete Produkte die Note „mangelhaft“ - bei der Deklaration. Denn hier wurden auch die Werbeversprechen berücksichtigt, die gerade bei der Weißmacherfunktion oft nicht gehalten werden. Zu den Zahnpasten mit „mangehafter“ Deklaration zählte wieder auch die teuerste Creme von Rembrandt. Außerdem machte die Stiftung Warentest vier Mogelpackungen aus, bei denen die Papp-Verpackung um die Zahnpastatube deutlich größer war, als die Tube selbst.

Philipp Vetter

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