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Der Fahrtwind weht kühl um die Nase, die Sonne brennt heiß auf den Kopf. Bei längeren Cabrio-Fahrten sind Schal und Sonnenschutz ratsam.

Tipps für Autofahrer: So kommen Sie durch die Hitze

München - Bei Temperaturen über 30 Grad wird das Auto schnell zum blechernen Brutkasten, der Fahrer rasch schlapp und vor lauter Sommer-Laune steigen viele mit Flip-Flops in den Wagen. Wir erklären, worauf es bei der Hitze jetzt ankommt:

Barfuß am Pedal

Wer sich ohne Schuhe oder in Flip-Flops hinters Steuer setzt, verliert seinen Versicherungsschutz nicht. „Theoretisch kann man auch mit Skistiefeln oder Stilettos Auto fahren“, sagt Maximilian Maurer vom ADAC. Passiert ein Unfall, bei dem ein Dritter verletzt wird, übernimmt die Haftpflicht die Kosten komplett. Hat man allerdings nur einen eigenen Schaden und stellt die Versicherung fest, dass das Schuhwerk ursächlich für den Crash war, darf sie die Zahlungen kürzen, erklärt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Um die Sicherheit zu erhöhen und das schlechte Gewissen zu beruhigen, sollten alle Fahrer flache, hinten geschlossene Schuhe tragen, rät Maurer.

Eis schlecken

Autofahrer, die während der Fahrt zum Mobiltelefon greifen, begehen eine Ordnungswidrigkeit. Zum Thema Essen, Trinken oder Rauchen hat der Gesetzgeber allerdings nichts formuliert - Steckerleis schlecken auf der Autobahn ist also erlaubt. Aber auch hier gilt: Sobald etwas passiert, kann einem dieses Verhalten auch negativ, als Fahrlässigkeit, ausgelegt werden.

Sonnenbrille

Egal wie sehr die Sonne blendet, eine Sonnenbrillen-Pflicht gibt es natürlich nicht. ADAC-Sprecher Maurer rät sogar gänzlich davon ab, die dunklen Gläser aufzusetzen - vor allem wenn die Autoscheiben bereits getönt sind. „Wer mit Sonnenbrille in einen Tunnel fährt, ist einen Moment lang fast blind“, sagt Maurer. Und diese Sekunde reicht manchmal schon für einen folgenschweren Fahrfehler aus.

Fenster auf

Nicht sofort in das von der Sonne aufgeheizte Auto steigen - das Lenkrad kann bis über 100 Grad heiß werden, ein Ledersitz über 80 Grad. „Erst zwei bis drei Minuten durchlüften“, rät Maurer, das würde die Temperatur im Wageninneren auf einen Schlag um rund 20 Grad kühlen. Wer dann mit offenen Fenstern fährt, verbraucht mehr Benzin - das könne auf der Autobahn durchaus ein Liter mehr sein, sagt Maurer.

Cabrio zu

Dach ab und nichts wie Freiheit fühlen - für Cabrio-Fahrer ist das Wetter derzeit ideal. Wer aber eine längere Strecke fährt, in der Stadt unterwegs ist, an vielen Ampeln oder im Stau steht, sollte seinen Kopf vor der sengenden Sonne schützen.

Hat sich das Cabrio nach einem plötzlichen Unwetter mit Starkregen in ein Aquarium verwandelt, muss der Fahrer mögliche Folgekosten selbst zahlen. „Schäden durch Regenwasser sind generell nicht versichert“, sagt Rudnik.

Klimaanlage an

Um den Wagen wohltemperiert durch die Hitze zu steuern, gibt der ADAC vier Tipps zum Umgang mit der Klimaanlage:

1.) Die ersten 500 Meter mit offenen Fenstern fahren, dann erst die Klimaanlage anschalten. Sonst ist sie überfordert.

2.) Auf Umluft stellen, um die heiße Außenluft draußen zu lassen - das beschleunigt die Kühlung ebenfalls.

3.) Den Regler nicht auf Kühlschrank drehen - egal wie heiß es draußen ist. Um den Kreislauf nicht zu sehr zu belasten, raten Mediziner, die Klimaanlage maximal 6 Grad niedriger zu stellen, als die Außentemperatur.

4.) Die Klimaanlage am besten einen Kilometer vor Erreichen des Ziels ausschalten. So können Schläuche, Düsen und Filter trocknen und es entsteht kein Kondenswasser.

Nies-Attacken

Ob durch die zu frische Klimaanlage oder Allergien - laufende Nasen und juckende Augen sind ein Risiko. „Eine Nies-attacke am Steuer führt schon bei Tempo 50 zu fast 14 Metern ,Blindflug‘“, erklärt der ADAC. Zudem können Medikamente gegen Heuschnupfen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. „Aber einen Nieser an sich wird niemand als grobe Fahrlässigkeit auslegen“, meint Rudnik. Starken Allergikern rät der ADAC zu speziellen Filtern im Auto.

Warmes Benzin

An der Zapfsäule schießt kaltes Benzin aus dem Erdtank in den heißen Tank und vermischt sich dort mit dem warmen Rest-Sprit. Mit der Temperatur steigt das Volumen, sodass das Benzin nach dem Volltanken überschwappen könnte. „Das ist zwar umweltschädlich und wenig wirtschaftlich, aber an sich ungefährlich“, sagt ADAC-Sprecher Maurer. Wer nicht auf große Fahrt geht, sollte im Sommer besser nicht randvoll tanken.

Heißer Reifen

Je höher die Temperatur, desto größer ist der Druck in den Reifen. Dennoch rät der ADAC davon ab, bei Hitze Luft in den Reifen abzulassen. Schließlich müsste man den Reifen dann abends wieder aufpumpen. Außerdem könne ein zu geringer Luftdruck gefährlich werden, weil er Reifenschäden verursacht.

Ferien-Fahrt

Bei großer Hitze macht jeder Autofahrer schneller schlapp - die Konzentration leidet, man wird schneller müde. Wer eine längere Strecke vor sich hat, sollte unbedingt mehr Pausen einlegen, das Auto dann gut durchlüften und viel trinken - am besten Mineralwasser oder abgekühlten Tee. Auch luftige Kleidung und leichte Speisen sind ratsam.

Von Stefanie Backs

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