MAN zeigt vor geplanter Fusion Stärke

Nutzfahrzeuge: - Bei MAN brummt das Geschäft. Der Konzern springt in eine neue Dimension der Profitabilität. Ob das bei der geplanten Fusion mit Scania hilft, entscheidet sich voraussichtlich schon diesen Monat.

München - Der Münchner Nutzfahrzeug- und Anlagenbaukonzern MAN geht aus einer wirtschaftlich zunehmend starken Position heraus in die entscheidende Phase des Ringens um den schwedischen Lkw-Bauer Scania. Denn nach einem Rekordjahr 2006 legte das operative Ergebnis der Gruppe auch im Auftaktquartal des laufenden Jahres um gut die Hälfte auf 318 Millionen Euro zu, freute sich MAN-Chef Hakan Samuelsson zur Vorlage eines Zwischenberichts in München.

Die damit von 7,4 auf 9,6 Prozent gesprungene Umsatzrendite will er bis Ende des Jahres auf dem neuen Spitzenniveau halten. "Wir sind sehr gut in das Geschäftsjahr gestartet", stellte Samuelsson klar. Treiber des anhaltenden Aufschwungs sei vor allem das Lkw-Geschäft, das zwei Drittel der Gewinne beisteuert. Aber auch die anderen Konzernsparten Schiffsdieselmotoren, Turbomaschinen und Anlagenbau steigern ihre Profite. Beflügelt von allen Bereichen wuchs auch der Konzernumsatz im ersten Quartal um 15 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Bis Ende des Jahres sieht Samuelsson ein Erlösplus von rund einem Zehntel. Angesichts eines von Januar bis Ende März um fast ein Viertel auf 4,8 Milliarden Euro verbesserten Auftragseingangs erscheint das aber als eher vorsichtige Prognose.

Auch das Personal profitiert von den Erfolgen. Global baute MAN in den ersten drei Monaten 2007 gut 600 Stellen auf knapp 51 000 Frauen und Männer auf. Hier zu Lande wurden 250 Arbeitsplätze geschaffen auf nun fast 30 000 Menschen. Dazu kommen konzernweit insgesamt 3600 Leiharbeiter.

Ob ihre wirtschaftliche Stärke den Bayern beim Werben um einen Zusammenschluss mit Scania hilft, dürfte sich diesen Monat entscheiden. Ein nächster Schritt auf diesem Weg ist die MAN-Hauptversammlung Mitte Mai, wo sich der neue MAN-Großaktionär VW, der auch bei Scania maßgebliche Anteile hält, mit mutmaßlich drei Vertretern in den MAN- Aufsichtsrat wählen lassen will. Schon jetzt kontrollieren VW und die ebenfalls an Scania beteiligte MAN zusammen eine knappe Mehrheit an Scania. Angestrebt ist aber ein einvernehmliches Miteinander, weshalb auch der anderere Scania-Großaktionär, die schwedische Wallenberg-Familie, in die Fusionspläne eingebunden wird. Ein erster Anlauf Samuelssons zur Übernahme der Schweden für gut zehn Milliarden Euro war zuletzt gescheitert.

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