DAX zeigt sich schwach

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Frankfurt (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt seine frühen Verluste am Donnerstag bis zum Mittag ausgebaut. Händler verwiesen als Belastung unter anderem auf die Stabilisierung des Euro über der Marke von 1,45 US-Dollar.

Der Aktienindex DAX verlor am Mittag 1,22 Prozent auf 6388,50 Punkte. Der MDAX gab 1,30 Prozent auf 8.445,53 Zähler nach. Der TecDAX sank um 1,29 Prozent auf 808,42 Punkte.

Vermutlich bringen erst die Zinsentscheide der Bank von England und der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Bewegung, sagte Heino Ruland von FrankfurtFinance. Die EZB wird den Leitzins im Euroraum nach Einschätzung von Experten auch im September konstant halten. Vor allem die anhaltend hohen Risiken für die Preisstabilität dürften die Notenbank trotz eines schwächeren Wachstums von einer Zinssenkung abhalten, argumentieren EZB-Beobachter.

Im DAX notierte Autowerte wie Daimler, BMW und Volkswagen (VW) gaben nach den am Vorabend veröffentlichten US-Absatzzahlen nach. VW verloren 1,21 Prozent auf 203,12 Euro. Daimler gaben 1,67 Prozent auf 41,91 Euro nach. BMW fielen um 1,03 Prozent auf 28,77 Euro. Die Verkaufszahlen fielen einem Händler zufolge kaum überraschend aus. Während sich die Marke Mercedes weiter schwach präsentiere, habe Volkswagen erneut überdurchschnittlich stark zugelegt.

Aktien der Deutschen Post verloren 2,45 Prozent auf 15,91 Euro. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, bekommt die Post ihre milliardenschweren Probleme in den USA nicht in den Griff. Das ohnehin hochdefizitäre Expressgeschäft in Nordamerika entwickelt sich nach Informationen der Zeitung aus Beraterkreisen seit Monaten noch schlechter als ursprünglich erwartet. Nach den letzten nicht so tollen Zahlen hätten sich viele Investoren an die Aussagen geklammert, dass das US-Problem bald gelöst werde - diese Hoffnung vergehe nun, kommentierte ein Händler.

Der Postbank-Kurs büßte seine frühen Gewinne vollständig ein und verlor 1,12 Prozent auf 42,52 Euro. Hier zeichnet sich Branchenkreisen zufolge hingegen eine raschere Lösung ab - Post-Chef Frank Appel werde den Verkaufsprozess in der nächsten Woche stoppen, hieß es. Ein Händler sagte: "Der Verkauf der Postbank ist eine 'Neverending Story' - wenn dieser abgeblasen wird, dann geht wenigsten die Unsicherheit raus." Somit könnten Investoren aktuell nur noch gewinnen, sagte der Händler.

Nach einem Jahr der Kontinuität kommt wieder Bewegung in den DAX. Der Touristik- und Schifffahrtskonzern TUI verliert seinen Platz im Börsenbarometer an den bislang im MDAX notierten Düngemittelhersteller K+S, das teilte die Deutsche Börse am Mittwochabend mit. TUI-Aktien fielen um 2,73 Prozent auf 13,55 Euro.

Händler und Analysten verwiesen auf den endgültig beschlossenen DAX-Abstieg sowie einen Presseartikel, demzufolge die geplante Fusion von Germanwings, TUIfly und Condor - also der Billigflugtöchter von Lufthansa, TUI und Thomas Cook - auf der Kippe steht.

Im MDAX fielen Arcandor um 2,01 Prozent auf 5,37 Euro. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD), demzufolge die Fusion der Billigfluggesellschaften Germanwings, TUIfly und Condor zu scheitern droht. Die Verhandlungen liefen mehr als schleppend, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Einem Börsianer zufolge ist dies vor allem für den zu Arcandor gehörende Ferienflieger Condor negativ zu werten, der am meisten von einer Fusion profitieren würde.

Im TecDAX brachen AIXTRON-Aktien brachen um 5,71 Prozent auf 6,60 Euro ein und sackten damit ans Index-Ende. Händler verwiesen auf einen Artikel der taiwanesischen Zeitung "Digitimes", der von einer Verzögerung bei den Expansionsplänen der LED-Bauer berichtet. Dies drücke auf die Stimmung für den Zulieferer, sagten Händler. Cheuvreux verwies am Morgen auch auf die sich abschwächende Nachfrage im LED-Geschäft, die Produzenten an AIXTRON weitergeben könnten. Analyst Klaus Ringel bekräftigte seine Empfehlung "Underweight" mit dem Ziel 5,50 Euro.

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