Zeit, Geld, Strom und Wasser sparen

München - Nicht sauber, sondern rein, so soll frisch gewaschene Kleidung nicht nur in der Werbung sein. Wer klug wäscht, kann dies auch ohne stromfressendes Kochprogramm hinbekommen - und gleich viermal sparen: Zeit, Geld, Strom und Wasser.

Maschine voll laden

Großmutters Waschtag ist kein Relikt aus vergangener Zeit, sondern gerade in Energiesparzeiten aktuell. Denn klimafreundlich waschen bedeutet in erster Linie, die Maschine voll zu laden. Tipp: Nicht an vielen Tagen wegen wenigen Kleidungsstücken die Maschine anwerfen, sondern so lange warten, bis das Gerät mit Schmutzwäsche gut gefüllt ist. Grund: Viele Waschmaschinen brauchen für eine kleinere Wäscheladung genauso viel Wasser und Strom, wie voll beladene Maschinen. Das trifft auch für Geräte mit speziellen Sparprogrammen zu. Zwei Mal halb voll gewaschen bedeutet somit doppelte Energiekosten.

Richtiges Programm

In der Regel kann auf die Vorwäsche verzichtet werden - außer die Wäsche ist stark verschmutzt. Damit allein spa"rt man jedes Mal fünf bis acht Liter Wasser und 0,2 bis 0,6 kWh. Auch das Kochprogramm sollte nur sehr sparsam eingesetzt werden, normal verschmutzte Wäsche wird bei 60 Grad genauso sauber wie bei 95 Grad. Oft reicht es auch, die Temperatur auf 40 Grad statt auf 60 Grad einzustellen. Wer zweimal pro Woche mit 60 Grad statt mit 90 Grad wäscht, spart allein deshalb pro Woche etwa 25 Cent. Dies hat der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (BAUM) ausgerechnet. Manch neuere Maschine verfügt über ein Öko-Waschprogramm, das jedoch nicht zu verwechseln ist mit dem Kurzprogramm. Während der Schnelldurchlauf für nur leicht verschmutzte Wäsche gedacht ist, spart das Öko-Programm Strom und Wasser - dauert dafür aber bis zu drei Stunden.

Warmwasser

Viele Waschmaschinen können direkt an die Warmwasserversorgung angeschlossen werden. Dies ist möglich, wenn die Rohrleitung nicht zu lang und die Maschine dafür geeignet ist. Das spart pro 40-Grad-Wäsche fast 60 Prozent an Energie. Noch besser, wenn das Warmwasser mit energieeffizienten Anlagen wie Solarkollektoren oder Wärmepumpen aufbereitet wird.

Kampf dem Kalk

Es lohnt sich, regelmäßig für eine Entkalkung der Waschmaschine zu sorgen. Alle paar Monate ein, zwei Tassen Essigessenz oder Zitronensäure in die Trommel geben und ohne Vorwaschprogramm laufen lassen, verhindert ein Verkalken der Heizstäbe, spart so Energie und verlängert die Lebensdauer der Maschine.

Sparsam trocknen

Reichlich Sparpotenzial birgt auch das Wäschetrocknen. Das Gerät einer Familie verbraucht im Jahr durchschnittlich für etwa 50 Euro Strom, jeder Trockengang schlägt mit etwa 50 Cent zu Buche. Wer nicht auf den elektrischen Trockner verzichten möchte, sollte sich zumindest beim Kauf für die energieschonende Variante entscheiden. Ein Trockner mit Abluftanschluss verbraucht im Vergleich zum Kondensationstrockner fünf bis zehn Prozent weniger Strom und ist auch in der Anschaffung günstiger. Sinnvoll ist es, beim Neukauf auf einen Feuchtesensor zu achten, der die Laufzeit dem tatsächlichen Trockengrad der Wäsche anpasst. Und: Was bei der Waschmaschine gilt, gilt auch für den Trockner - gut gefüllt spart Energie und Geld.

Schleuderwirkung

Die größte Einsparung beim Wäschetrocknen beginnt schon in der Waschmaschine: Wird die Wäsche mit 1200 Umdrehung pro Minute (U/Min) geschleudert, braucht es zum Trocknen 30 Prozent weniger Energie als bei einer Schleuderzahl von 800 U/Min. Noch besser sind natürlich moderne Waschmaschinen mit 1600 oder sogar 1800 U/Min. Dennoch gilt: Der sparsamste Trockner ist immer noch die frische Luft. An der Wäscheleine im Wind und an der Sonne oder in einem extra Raum trocknet die Kleidung kostenlos.

Energieeffizienz

Auch bei Waschmaschine und Wäschetrockner lohnt sich beim Kauf ein Blick auf die Energieeffizienzklassen. Grundsätzlich gilt: Moderne Waschmaschinen benötigen bei 60 Grad nur noch rund 40 Liter Wasser und weniger als eine kWh an Strom. Sparsame Geräte erkennt man an der Klasse A oder am Umweltzeichen, dem sogenannten Blauen Engel. Wenn ein Gerät in die Jahre gekommen ist und die ein oder andere Reparatur ansteht, lohnt es sich, über den Kauf eines neuen Gerätes nachzudenken. Denn: Mit einem energiesparenden Modell der Klasse A lassen sich an die 60 Euro im Jahr sparen.

Bügeln

Ist die Wäsche rein und trocken, kann man auch beim Bügeln Energie einsparen. Wenn die Wäsche noch zu nass oder schon zu trocken ist, schlägt sich das negativ in der Energiebilanz nieder. Tipp: Feuchte Kleidung ist am leichtesten zu bügeln und benötigt am wenigsten Energie. Mit der Restwärme des ausgeschalteten Bügeleisens lassen sich gut empfindlichere Stoffe glätten.

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