+
Die Commerzbank erklärte, mit den Behörden zu kooperieren. Foto: Jens Kalaene

Umstrittene Deals

Zeitung: Commerzbank wegen Cum-Ex-Geschäften durchsucht

Frankfurt/Main (dpa) - Die Commerzbank wird das Thema Cum-Ex-Geschäfte nicht los: Beamte der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und der hessischen Steuerfahndung durchsuchten in dieser Woche Geschäftsräume des Instituts, wie das "Handelsblatt" berichtete.

Es gehe um den Verdacht der schweren Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dubiosen Aktiengeschäfte rund um den Dividendenstichtag ("Cum-Ex").

Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte auf Nachfrage die Durchsuchung einer Bank ohne Nennung des Firmennamens sowie der Wohnungen von drei Beschuldigten in Frankfurt am Main und in Hanau. Auch den Vorwurf der schweren Steuerhinterziehung im Zusammenanhang mit sogenannten Cum-Ex-Deals in den Jahren 2006 bis 2010 mit einem Investitionsvolumen von mehreren Milliarden Euro bestätigten die Ermittler. Der mutmaßliche Steuerschaden soll sich auf 40 Millionen Euro belaufen.

Die Commerzbank erklärte, mit den Behörden zu kooperieren. Die Bank hatte bereits in der Vergangenheit mit dem Thema Cum-Ex zu tun, allerdings nur durch die von ihr übernommene Dresdner Bank. Die Commerzbank habe Ende 2015 eine konzernweite freiwillige Überprüfung aller zwischen 2003 und 2011 getätigten Geschäfte im Aktienhandel angestoßen, hieß es. Diese habe ergeben, dass es auch Cum-Ex-Geschäfte bei der Commerzbank gab. Zwischenergebnisse der Untersuchung habe die Bank den Behörden von sich aus zur Verfügung gestellt.

Bei den umstrittene Cum-Ex-Deals schoben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin und her, bis dem Fiskus nicht mehr klar war, wem sie überhaupt gehörten. Die Folge: Bescheinigungen für die Rückerstattung der Kapitalertragsteuer wurden mehrfach ausgestellt, obwohl die Steuer nur einmal gezahlt wurde. Ob das illegal war, ist noch nicht abschließend richterlich geklärt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden
Dass das Wetter mal nicht mitspielt, gehört für die Landwirte zum Berufsrisiko. In diesem Jahr sind die Folgen aber teils besonders hart und wirbeln auch die Einsätze …
Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland
Verbraucherschützer warnen: Salmonellen-Alarm bei Aldi, Penny und Kaufland und Co.! Welche Märkte und welche Produkte betroffen sind, erfahren Sie hier.
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland
Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus
Der Handelsstreit zwischen den USA und großen Volkswirtschaften eskaliert weiter. Experten und Konzernchefs warnen eindringlich vor den Folgen eines sich weiter …
Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus
Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile
Urlauber sollen bei Online-Buchungen künftig besser abgesichert sein. Das neue Reiserecht hat aus Sicht von Verbraucherschützern aber unerwünschte Nebenwirkungen. Auch …
Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.