+
Ein Mitarbeiter der Credit-Suisse ist laut Medienberichten wegen einer Steuer-CD in Haft.

Steuer-CD: Haft für Credit-Suisse-Mitarbeiter

Düsseldorf/Zürich - Ein Mitarbeiter der Schweizer Großbank Credit Suisse ist nach Informationen des “Tages-Anzeiger“ im Zusammenhang mit einer Steuer-CD in Haft genommen worden.

Die schweizerische Bundesanwaltschaft bestätigte am Freitag nach einem Bericht der Zeitung aus Zürich lediglich, dass ein Verdächtiger in Untersuchungshaft sitze. Weitere Angaben wurden weder von der Justiz noch von der Bank gemacht.

Nach dem Zeitungsbericht wird dem Inhaftierten vorgeworfen, etwas mit dem Verkauf der CD mit Kundendaten an das Land Nordrhein-Westfalen zu tun zu haben. Nach unbestätigten Berichten wurden dafür 2,5 Millionen Euro bezahlt. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft widersprach der Darstellung, wonach es bei den Ermittlungen zu einer Datenpanne gekommen sei, die die Festnahme ermöglicht habe.

Schweizer Medien berichteten am Freitag, der Mann sei aufgrund eines Vermerks der deutschen Ermittler identifiziert worden, der in die Hände der Anwälte der Beschuldigten gelangt sei. “Dass aufgrund dieses Vermerks jemand identifiziert wurde, ist aus unserer Sicht aber undenkbar“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann der dpa. Die dabei mitgelieferte Beschreibung des Daten-Anbieters passe aber “auf jeden zweiten Mitteleuropäer“, sagte Möllmann. Die Staatsanwälte ermitteln gegen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Credit Suisse.

Die Bank-Mitarbeiter sind verdächtig, Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Um dem nachzugehen, hatten die Ermittler im vergangenen Sommer 1500 Kunden der Bank befragt. Den Ermittlern waren nachträglich auch vertrauliche Unterlagen zugespielt worden. Sie legten den Verdacht nahe, dass Lebensversicherungen auf den Bermudas als Mäntel genutzt worden seien, um darin unversteuertes Geld zu verstecken und einen ordnungsgemäßen Anschein zu erwecken. Anfang Juli hatten 150 Ermittler sämtliche deutschen Credit- Suisse-Filialen durchsucht.

Die deutschen Staatsanwaltschaften ermitteln gegen mehr als 1000 mutmaßliche Steuersünder, die ihr Geld in die Schweiz geschafft und die Erträge nicht versteuert haben sollen. Tausende Steuerpflichtige hatten sich nach Bekanntwerden der CD selbst angezeigt, um einer Strafe zu entgehen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
Die Warenhauskette Kaufhof steckt in der Krise - wie auch die kanadische Mutter HBC. Nun verlässt HBC-Chef Storch den Konzern. Kaufhof gibt sich gelassen.
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet
Europa hängt bei Zukunftstechnologien in wichtigen Bereichen hinterher. Doch nach dem jüngsten EU-Gipfel können Online-Shopper und Nutzer des mobilen Internets hoffen.
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet
Studie: Autofahrer profitieren von Benzinpreis-Apps
Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe sollte die Position der Autofahrer gegenüber den Ölkonzernen stärken und niedrigere Preise mit sich bringen. Eine Studie kommt …
Studie: Autofahrer profitieren von Benzinpreis-Apps
Unfassbar! Ikea-Möbel kostet Kleinkind das Leben
Die Eltern des kleinen Jozef (2) waren fassungslos, als Sie das Kinderzimmer betraten. Ihr Sohn lebte nicht mehr. Schuld soll ein Ikea-Möbel gewesen sein.
Unfassbar! Ikea-Möbel kostet Kleinkind das Leben

Kommentare