Zeitungen: Widerstand bei Sparkassen zu Risikoschirm für BayernLB

München - Bei den bayerischen Sparkassen formiert sich Zeitungsberichten zufolge Widerstand gegen die geplante Ausfallbürgschaft für Risiken bei der BayernLB in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Der BayernLB werde es nicht ohne weiteres gelingen, dieses Vorhaben durchzusetzen, sagte Münchens dritter Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) der "Süddeutschen Zeitung" (Montag).

Monatzeder ist stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Münchner Stadtsparkasse, der größten Sparkasse in Bayern.

Nach Auffassung Monatzeders ist es nicht nachvollziehbar, dass die Landesbank sich verspekuliere und die Sparkassen dann notfalls Milliardenbeträge zahlen sollten. "In den Sparkassen wird es mit Sicherheit rumoren", sagte er der Zeitung. Bei den Sparkassen, die von den Städten und Landkreisen getragen werden, gehe es ebenso wie beim Freistaat um das Geld der Bürger. "Es kann nicht sein, dass die Steuerzahler für die Fehler der Landesbank herangezogen werden."

"Wir werden den Risikoschirm nicht einfach abnicken. Das Thema ist keineswegs in trockenen Tüchern", zitierte die Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" einen ranghohen Sparkassen-Manager. Nach bisherigen Informationen soll auf die Sparkassen als BayernLB-Anteilseigner mit 2,4 Milliarden Euro die Hälfte der geplanten Risikoabschirmung entfallen. Die Sparkassen befürchteten insbesondere eine Beeinträchtigung ihrer Geschäftsmöglichkeiten, da die Bürgschaft die Kreditobergrenzen reduziere, heißt es weiter. Bayerns Sparkassenpräsident Siegfried Naser, der sich für den Risikoschirm ausgesprochen hat, versuche derzeit die Wogen im eigenen Lager zu glätten. "Ich kann die Kritik einzelner Sparkassen an dieser Lösung verstehen", sagte Naser zu "Euro am Sonntag".

Das Konzept werde die Sparkassen jedoch nicht beeinträchtigen. Auf einer Sitzung am 9. April wollten die bayerischen Sparkassen über das Thema diskutieren, mit einer endgültigen Entscheidung rechnet Naser bis Ende des Monats.

Die BayernLB hatte vor einigen Tagen die bisherigen Belastungen infolge der Finanzmarktkrise auf 4,3 Milliarden Euro beziffert. Sie fallen damit drastisch höher aus als zunächst angenommen.

dpa

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